Perserkatze

Perserkatze

Keine andere Katzenrasse weist ein längeres und flauschigeres Fell wie die Perserkatze auf. Dementsprechend aufwändig ist jedoch die Fellpflege

Steckbrief

Herkunft Asien
Größe mittelgroß bis groß
Gewicht Kater: 5,5-7,5 kg, Kätzin: 4-6 kg
Körperbau gedrungen, muskulös
Fell dicht, seidig
Fellfarbe alle Farben
Augenfarbe orange bis kupfer, grün, blau
Pflege aufwändig
Charakter ruhig, umgänglich, zurückhaltend
Felllänge lang

Der Charakter der Perserkatze

Sie ist im Allgemeinen äußerst entspannt und lässt sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen. Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört es, die Umgebung zu beobachten. Gerne vom Fensterbrett aus, dann verpasst sie weder drinnen noch draußen etwas. Manche mögen das Interesse haben, die weite Welt zu erkunden, die meisten fühlen sich jedoch als reine Wohnungskatze sehr wohl. Schließlich kann auch hier genügend Abwechslung geboten werden. Zum Beispiel mit viel schmusen und kuscheln. Und sie wäre keine echte Katze, wenn sie nicht auch für ein Spielchen zu überreden wäre. Immer klappt dies jedoch nicht. Wenn sie nicht mag, dann mag sie nicht! Da kann man mit der Spielangel noch so lange vor ihrem Kopf hin und her fuchteln. Gelangweilt dreht sie sich weg und nimmt noch eine Mütze voll Schlaf, bevor sie sich möglicherweise etwas später zu einem gemeinsamen Spiel bereit erklärt. Dabei ist sie ähnlich flink wie jede andere Rasse. Und sie kommt mit ihrem ausgeglichenen Gemüt auch damit klar, wenn es gelegentlich einmal etwas wilder zugeht. Sollte sie darauf keine Lust mehr haben, zieht sie sich zurück und die Sache ist für sie beendet.

Geschichte der Perserkatze

Von einer Perserkatze würde man erwarten, dass sie aus Persien stammt. Doch amerikanische Studien lassen immer mehr Zweifel aufkommen. Möglicherweise kommt sie gar nicht aus Kleinasien, sondern fand ihren Ursprung in Russland. Wissenschaftler fanden nämlich genetische Übereinstimmungen mit russischen Langhaarkatzen. Doch egal, von wo genau sie stammt, damals sah sie noch ganz anders aus. Die typische Perserzucht, wie wir sie heute kennen, begann Ende des 19. Jahrhunderts in England.

20. Jahrhundert

Über die Jahre hinweg wurde der Standard immer wieder angepasst, so dass die Perserkatze kleiner und kürzer gezüchtet wurde. Ihre Stirn wurde runder, die Nase kürzer und das Fell länger. Die Rasse erlangte weltweit immer mehr Popularität und fand vor allem in Amerika großen Anklang. Leider mit negativen Folgen für die Perserkatze, denn amerikanische Züchter fanden Gefallen daran, die Nase immer kürzer zu züchten, woraufhin es zu ernsthaften, gesundheitlichen Problemen kam. Glücklicherweise entstand eine Gegenbewegung, vor allem bei europäischen Züchtern, die diese Extremzucht nicht unterstützen. 

Rassemerkmale der Perser

Perserkatzen sind mittelgroß bis groß, haben relativ kurze Beine, einen breiten Kopf und einen sehr buschigen Schwanz. Die Ohren sind klein, die Nase kurz. Es darf sich nach dem Standard der Fife nicht um eine Stupsnase handeln. Der Nasenrücken und Nasenspiegel sollen breit sein, die Nasenlöcher gut geöffnet, um ein freies Atmen zu ermöglichen. Charakteristisch für die Perserkatze sind die großen, runden Augen und ihr üppiges Fell. Die Perser ist eine der wenigen echten Langhaarkatze. Sie haben viel Unterwolle und ein extrem langes Fell mit einer feinen, seidigen Textur. Farblich ist das Spektrum beinahe unendlich: Es gibt einfarbige Perserkatzen in weiß, blau, chocolate und schwarz, ebenso wie zwei- oder dreifarbige Tiere mit den unterschiedlichsten Zeichnungen. Hier kann der Liebhaber aus den Vollen schöpfen. 

Körperbau

gedrungen, muskulös

Gewicht

4 - 7,5 kg

Fell

dicht, seidig

Fellfarbe

alle Farben

Augenfarbe

kupfer, grün, blau

Die Haltung einer Perserkatze

Perserkatzen werden üblicherweise in der Wohnung gehalten. Das kommt nicht nur ihrem Naturell entgegen, sondern hat auch ganz praktische Gründe: Wenn eine Perserkatze einmal von links nach rechts unter einer Hecke hindurch kriecht, ist sie anschließend nicht mehr wiederzuerkennen. Denn am Ende hat sie die halbe Hecke an sich hängen. Ihr langes Fell saugt geradezu alles auf. Die anschließende Fellpflege wäre dementsprechend noch um ein Vielfaches höher als sie es sowieso schon ist. Es ist daher nur zu verständlich, dass Perserkatzen reine Wohnungskatzen sind. Über einen katzensicheren Balkon freuen sie sich jedoch, ebenso wie über einen Kratzbaum, wobei dieser meist nicht so intensiv genutzt wird, wie von vielen anderen Rassen. Ihnen genügt eine kleine Variante oder Katzenbretter, die in der Wohnung verteilt sind. Gerne zieht sie sich auch in eine Kuschelhöhe zurück oder sucht währen der kalten Jahreszeit einen warmen Platz in der Nähe einer Heizung auf. Bezüglich anderer Haustiere ist sie recht entspannt, außer sie rücken ihr zu sehr auf die Pelle. Ganz und gar nichts hat sie gegen einen Artgenossen. Mit ihm lässt sich wunderbar kuscheln oder ein Pläuschchen halten. 

Pflege und Gesundheit

So unkompliziert eine Perserkatze auch sein mag, es gibt einen guten Grund, warum sich viele Interessenten schlussendlich doch lieber für eine andere Rasse entscheiden: Wer die Fellpflege einer Katze als lästig empfindet, wird mit einer Perserkatze nicht froh! Keine andere Rasse muss so intensiv gepflegt werden, um Knoten und Verfilzungen zu vermeiden. Während es bei Kurzhaarrassen so gut nie notwendig ist sie zu bürsten, müssen Perserkatzen jeden Tag gekämmt werden. Leichter fällt die Pflege, wenn das Kämmen sogar zweimal täglich stattfindet, vor allem während des Fellwechsels. Wer diese Arbeit auf Dauer vernachlässigt, dem bleibt möglicherweise nichts anderes übrig, als die Katze komplett zu scheren. Damit es soweit nicht kommt, sollten bereits Kätzchen an die tägliche Prozedur des Auskämmens gewöhnt werden. Gehört sie erst einmal zum Alltag, lassen die Schmusetiger sie ruhig und gelassen über sich ergehen. Am besten arbeitet man sich vom Kopf bis zum Schwanz durch und achtet darauf, dass keine Haare ausgerissen, sondern nur diese entfernt werden, die bereits lose sind. 

Die Auswüchse in der Perserkatzenzucht haben dazu geführt, dass die Rasse mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat. Perserkatzen „ohne Nase“ sind anfälliger wie „mit Nase“. Wer sich nach einer Perserkatze umsieht, sollte sich darüber bewusst sein und für sich selbst entscheiden, welche Variante die geschicktere ist. Je kürzer und platter die Nase einer Perser ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Atemproblemen kommt, welche die Thermoregulierung beeinträchtigen können. Auch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Tränen-Nasen-Kanal abgeknickt ist. Die Folge davon ist, dass die Tränenflüssigkeit nicht mehr ordentlich abfließen kann und die Augen dementsprechend tränen und verkleben. Probleme können Perserkatzen zudem mit dem Fressen bekommen, wenn das Gesicht zu flach ist.  

Außerdem muss bei der Perserkatze mit typischen Erbkrankheiten wie zum Beispiel PKD (Polyziystic Kindney Disease) gerechnet werden. Eine Heilung ist bei dieser Erkrankung der Niere nicht möglich, weshalb verantwortungsvolle Züchter Gentests durchführen und betroffene Katzen nicht zur Zucht einsetzen. Eine gesunde Perser kann ohne weiteres 15 Jahre und älter werden. 

Die Ernährung einer Perserkatze

Für eine gesunde Ernährung sollte die Perserkatze ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil erhalten, denn Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. Da sich die Bedürfnisse im Laufe eines Katzenlebens ändern, empfiehlt es sich, auf spezielles Futter für Kitten, erwachsene Tiere und Seniorenkatzen zu setzen: Kitten sind sehr verspielt und benötigen einen hohen Proteinanteil zum Aufbau von Muskelmasse und Körpersubstanz. Kittenfutter weist daher eine andere Zusammensetzung auf als zum Beispiel ein Seniorenfutter. Auch kann die Umstellung auf ein Futter ratsam sein, welches auf Harnwegsprobleme, Nierenerkrankungen, Verdauungsstörungen oder Übergewicht zugeschnitten ist.  

Perser-Kitten sollten mindestens vier Rationen pro Tag erhalten, um den Verdauungsapparat nicht zu sehr zu belasten. Im weiteren Verlauf des ersten Lebensjahres können die Rationen auf zwei bis drei Mahlzeiten verteilt werden. Kittenfutter sollte ungefähr bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres verabreicht werden. Ist schließlich aus diesem oder einem anderen Grund ein Futterwechsel geplant, dann nehmen Sie diesen sehr behutsam vor: Mischen Sie täglich einen immer größer werdenden Anteil des neuen Futters unter das gewohnte, um die Katze nicht mit einer abrupten Umstellung zu konfrontieren.