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Katzen erziehen

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Wie erziehe ich ein Katzenkind?

Bevor Sie mit der Erziehung der Katze beginnen, sollten Sie erst einmal Wert auf eine vertrauensvolle Basis legen. Sie ist der Grundstock für ein harmonisches Zusammenleben. Überfordern Sie das Katzenbaby in den ersten Tagen nicht. Sicherlich ist es noch etwas durcheinander aufgrund der Trennung von seiner Familie. Diese hat hoffentlich nicht bereits vor der 12. Lebenswoche des Kätzchens stattgefunden. Bis dahin sollten sie nicht von ihrer Mutter und den Geschwistern getrennt werden, denn hier erfahren sie, wie man miteinander umgeht. Hat die Aufzucht in der Wohnung stattgefunden, sind den Kleinen sicherlich auch bereits viele Alltagsgeräusche wie ein Staubsauger oder eine Küchenmaschine bekannt, so dass sie weder vor diesen noch vor Menschen Angst haben. Anders sieht dies möglicherweise bei „Bauernhofkatzen“ aus, die scheuer sein können. Hier ist Geduld gefragt, denn Zutraulichkeit lässt sich nicht erzwingen.

Lassen sich Katzen überhaupt erziehen?

Immer wieder heißt es „Katzen lassen sich nicht erziehen!“ Das ist so nicht ganz richtig. Klar ist, dass dies bei einem Hund (im Allgemeinen) deutlich besser funktioniert, denn viele von ihnen sind geradezu gierig danach, im Auftrag von Herrchen oder Frauchen etwas tun zu dürfen. Das ist bei Katzen anders, denn sie sind wesentlich selbstständiger und weniger an Menschen gebunden. Doch sie sind mindestens genauso sensibel wie ein Hund. Stimmungsschwankungen können sie also sehr gut wahrnehmen. Wenn die Stimme ihres Halters plötzlich lauter wird und sie anschließend sträflich ignoriert werden, dann kann eine Katze durchaus lernen, dass bestimmtes Verhalten offensichtlich nicht gut ankommt.

Falsche Katzenerziehung

Es gibt einige Maßnahmen, auf die bei der Erziehung einer Katze komplett verzichtet werden sollte. Denn sie könnten dazu führen, dass das Vertrauen Ihrer Katze in Sie vollkommen aus dem Gleichgewicht gerät. Nicht auszuschließen sind dann Angst, Rückzug und Abneigung. Verzichten Sie daher auf folgende Maßregelungen: 

  1. Gebrüll
    Katzen haben ein deutlich besseres Gehör als wir. Es genügt, die Stimme zu erheben. Schreien ist vollkommen unnötig!
  2. Gewalt
    Ob Hund oder Katze – Gewalt ist niemals ein geeignetes Mittel zur Erziehung eines Tiers. Es schüchtert die Katze nachhaltig ein und kann zu Verletzungen führen.
  3. Katze packen
    Das Packen einer Katze am Nackenfell überlassen wir besser der Mutter einer Kittenschar. Ein erwachsenes Tier wird auf diese Weise weder getragen noch gemaßregelt.
  4. Zwang
    Es ist völlig zwecklos, die Katze zu etwas zu zwingen. So wird sie bestimmt nicht lernen, was sie machen darf und was nicht.
  5. Falsches Timing
    Woher soll Ihre Katze wissen, dass es um die Kratzer in der Couch geht, wenn Sie sie Stunden später damit konfrontieren. Maßregelungen müssen immer unmittelbar erfolgen.
  6. In Hinterlassenschaften tunken
    Bitte unterlassen Sie es, Ihre Katze in deren Hinterlassenschaften zu tunken. Diese Methode ist abstoßend und gehört der Vergangenheit an!

Wie erziehe ich Katzen richtig?

Erziehung von Anfang an

Zwar sollte ein Neuzugang nicht gleich mit erzieherischen Maßnahmen überfordert werden, dennoch ist es von Anfang an wichtig, dass sich kein unerwünschtes Verhalten einschleicht. Eine Pfütze ist kein Grund, gleich aus der Haut zu fahren, dennoch sollte die Katze genommen werden und in ihr Katzenklo gesetzt werden, damit sie lernt, wo der richtige Platz dafür ist. Ähnlich verhält es sich beim Spielen mit einem Kätzchen. Wer es süß findet und weder leichtes Beißen noch Kratzen unterbindet – indem er z.B. „Nein“ sagt und das „Spiel“ unterbricht – zieht sich mit der Zeit eine Katze heran, die nicht wissen kann, dass dieses Verhalten (mit ihren immer kräftigeren Krallen) plötzlich gar nicht mehr so gut ankommt. Denken Sie also darüber nach, welches Verhalten Sie zukünftig nicht möchten. Dazu kann auch gehören, ob die Katze im Bett schlafen darf. Ein späteres Abgewöhnen ist deutlich schwieriger als ein rechtzeitiges „Nein“.

Die Katze belohnen

Bei der Katzenerziehung empfiehlt es sich, ähnlich vorzugehen, wie bei der Hundeerziehung: Mit einer gewissen Konsequenz, aber dennoch umsichtig, liebevoll und auf Basis einer positiven Verstärkung. Das bedeutet, dass Sie nicht nur den Fokus auf ungeliebte Situationen setzen und die positiven Dinge als selbstverständlich hinnehmen, sondern diese belohnen. Wenn also die Katze ihre Krallen am Kratzbaum wetzt oder brav das Katzenklo aufsucht, dann loben Sie sie dafür. Das kann mit Worten sein, Zuneigung oder auch einem Leckerli.

Tipp: Damit sich eine Katze bei Ihnen richtig wohl fühlt, müssen ihre Grundbedürfnisse erfüllt sein. Dazu gehört unter anderem ein stabiler Kratzbaum, ein hochwertiges Katzenfutter, geeignete Schlafplätze und Spielzeug.

Katzen richtig schimpfen

Bedenken Sie: Sie können von einer Katze niemals so viel erwarten wie von einem Hund! Schrauben Sie Ihre Erwartungen daher gegebenenfalls etwas herunter. Aber machen Sie Ihrer Katze durchaus klar, welches Verhalten nicht akzeptabel ist. Dazu gehört zum Beispiel das Aufschlitzen des Sofas. Sehr effektiv ist hierbei zum Beispiel lautes Klatschen und ein deutlich zu vernehmendes „Nein“. Doch belassen Sie es nicht dabei, sondern nehmen Sie nun Ihre Katze und setzen Sie sie an den Kratzbaum. Sie können auch versuchen, sie dort zum Kratzen zu animieren. Ähnlich funktioniert es, wenn es mit dem stillen Örtchen noch nicht so ganz klappt: Nehmen Sie etwas Katzenstreu zum Aufsaugen einer Pfütze und verfrachten Sie alles ins Katzenklo. Anschließend nehmen Sie Ihre Katze und zeigen ihr, wo der richtige Platz gewesen wäre.  

Wer nicht hören will ...

Je nach Katzengemüt bleibt bei manchen auch sehr gut in Erinnerung, wenn nach einem „Nein“ erst einmal ein deutliches Ignorieren stattfindet. Das mögen manche Katzen gar nicht und sind durchaus in der Lage, ein bestimmtes Fehlverhalten damit zu verbinden und dieses zukünftig möglichst zu vermeiden. Vielleicht braucht es bei Ihrer Katze aber auch deutlicherer Mittel: Es ist zwar nicht jedermanns Sache, aber eine Spritzpistole leistet gute Dienste aus dem Hinterhalt. Natürlich sollte der Strahl keinesfalls zu stark sein und nicht den Kopf treffen, aber eine unerwartete Erfrischung hat schon bei so mancher Katze gewirkt. Trotz der Diskussionen, die es manchmal über diese Methode gibt, ist sie allemal besser, als die Katze anzubrüllen, sie mit Gesten einzuschüchtern oder gar zu schlagen. So zerstören Sie das Vertrauensverhältnis zu Ihrer Katze und eine Erziehung wird von Mal zu Mal schwieriger.