Sphynx-Katze

Sphynx-Katze

Bei der Sphynx-Katze scheiden sich die Geister: Die einen finden Nacktkatzen eklig, die andern sind von ihnen fasziniert. Entscheiden Sie selbst. 

Steckbrief

Herkunft Kanada, Russland
Größe mittelgroß
Gewicht Kater: ca. 5 kg, Kätzin: ca. 4 kg
Körperbau mittellang, muskulös, gerundet
Fell haarlos, feiner Flaum
Fellfarbe alle Farben und Zeichnungen erlaubt
Augenfarbe alle (zur Hautfarbe passend)
Pflege gering
Charakter freundlich, anhänglich, intelligent
Felllänge kurz

Der Charakter der Sphynx

Auch wenn sie sehr speziell aussieht, unterscheidet die Sphynx bezüglich ihres Charakters nichts von anderen Katzenrassen: Sie ist ebenso verschmust, spielt gerne, hat ein freundliches Wesen und gilt als sehr intelligent. Vielen von ihnen wird nachgesagt, dass sie extrem anhänglich und menschenbezogen sind. Wer genügend Zeit hat, kann sie daher auch als Einzelkatze halten, doch für Katzen ist es immer eine schöne Bereicherung ihres Lebens, wenn sie mit einem passenden Artgenossen zusammenleben dürfen. Mit diesem lässt sich auf Augenhöhe kommunizieren und der eine oder andere Streich aushecken.

Geschichte der Sphynx

Die meisten Menschen vermuten, dass Nacktkatzen ursprünglich von Menschen erschaffen wurden. Doch dem ist nicht so: Beim ersten Exemplar einer Sphynx-Katze handelte es sich um eine spontan und rein zufällig aufgetretene Mutation. Es war im Jahr 1966, als eine kanadische Hauskatze einen Wurf zur Welt brachte, welcher einen haarlosen Kater enthielt. Der kleine Prune wurde als erwachsenes Tier mit seiner Mutter rückgekreuzt, um zu sehen, ob weitere Nacktkatzen auftreten würden. In der Tat waren zwei der sieben Jungtiere haarlos. Die Mutation war also nicht dominant, was ausschließlich Nacktkatzen zur Folge gehabt hätte, aber es handelte sich auch nicht um einen einmaligen Vorfall.  

1986

Etwas anders verhielt es sich 1986 in der russischen Stadt Rostow am Don: Eine Hauskatze gebar Kitten mit äußerst wenig Fell. Daraufhin wurde ebenfalls eine Rückkreuzung vorgenommen, die komplett nackte Nachkommen zur Folge hatte. Geboren war die Don Sphynx. In ihrem Fall handelte es sich um eine dominante Mutation, also eine dauerhafte Veränderung des Erbguts. Die Rasse fand eine gewisse Anhängerschaft und wurde im Jahr 2011 offiziell anerkannt. Deutlich früher gelang dies bereits der Kanadischen Spynx: 1985 erlangte sie die Anerkennung der TICA, 2002 die der FIFe.

Rassemerkmale der Sphynx

Sowohl bei der Canadian wie auch der Don Sphynx handelt es sich um eine mittelgroße Katze, die sich durch ihre Haarlosigkeit auszeichnet. Allerdings sind nicht alle in derselben Ausprägung haarlos. Viele verfügen über einen kurzen, feinen Flaum. Wünschenswert sind Hautfalten rund um die Schnauze, zwischen den Ohren und rund um die Schultern. Im Standard vorgegeben ist jedoch, dass die Falten die normale Funktionsfähigkeit der Katze nicht beeinträchtigen dürfen. Interessanterweise wird auch bei Nacktkatzen von Farben gesprochen, allerdings betreffen sie nicht das Fell, sondern ihre Haut! Diese weist zwar nicht so satte, eindeutige Farben wie ein Katzenfell auf, aber die Unterschiede sind dennoch deutlich. Von Farbvarietäten mit Weiß bis zu Schwarz sind sämtliche Farben und Zeichnungen erlaubt.  

Auffällig an den beiden Spyhnx-Katzen sind neben ihrer Haarlosigkeit und den Falten auch ihre großen Ohren. Ebenso sind die Augen relativ groß, die nach Möglichkeit zur Haut- oder Fellfarbe passen sollten. Interessant ist bisweilen ihre Schwanzspitze, die leicht gewelltes Fell bzw. eine Haarquaste aufweisen darf. Problematisch kann es werden, wenn bei den Katzen die Tasthaare zu sehr verkümmert sind oder ganz fehlen. Das wird in Deutschland als Qualzucht angesehen, welche nicht erlaubt ist. Grundsätzlich ist die Haltung von Sphynx-Katzen jedoch nicht verboten.

Körperbau

mittellang, muskulös

Gewicht

4 - 5 kg

Fell

haarlos

Farbe

alle Farben erlaubt

Augenfarbe

alle

Die Haltung einer Sphynx

Die Haltung einer Sphynx unterscheidet sich nur marginal von der Haltung jeder anderen Katzenrasse. Aufgrund ihrer Haarlosigkeit sollte man bei ihnen ein wenig mehr darauf achten, dass es in der Wohnung nicht zu kalt oder zugig ist. Außerdem könnten lange Sonnenbäder auf dem Balkon verhängnisvoll sein, weil die Katze einen Sonnenbrand bekommt. Da UV-Licht nicht durch Glas dringt, spricht aber nichts gegen sonnige Liegeplätze auf der Fensterbank des Wohnzimmers. Im Gegenteil: Wärme und ein interessanter Ausblick werden von vielen Sphynx-Katzen geliebt. Gleiches gilt für einen Artgenossen, damit es nicht zu langweilig wird, wenn die Menschen aus dem Haus sind. Der Sphynx-Katze Freigang zu gewähren, empfiehlt sich nicht. Zum einen verfügen sie nicht über den Schutz eines Fells, zum anderen könnte der Anblick manche Menschen tatsächlich schockieren. Denn bei Nacktkatzen gibt es eigentlich nur zwei Meinungen: hui oder pfui! In der Wohnung sind sie besser aufgehoben, wünschen sich dann aber natürlich entsprechend Abwechslung. Dazu verhelfen unter anderem ein Kratzbaum, Kuschelhöhlen, gemeinsame Spiele und viel Zuneigung ihres Besitzers.  

Pflege und Gesundheit

Das Praktische an einer Sphynx-Katze ist, dass die Fellpflege komplett entfällt. Dafür bedarf sie ein wenig der Hautpflege: Gelegentlich sollte die Katze mit einem feuchten Tuch leicht abgerieben werden, um das Fett von ihrer Haut zu entfernen. Manche Halter stellen sie auch gelegentlich unter die Dusche und verwenden dabei ein spezielles Katzenshampoo. In jedem Fall ist der Pflegeaufwand für eine Sphynx sehr gering.   

Es gibt bei den Sphynx-Katzen keine Hinweise darauf, dass sie krankheitsanfälliger als andere Katzenrassen wären. Sie reagieren etwas empfindlicher gegen Kälte und direkte Sonneneinstrahlung, was aber kein größeres Problem darstellt. Wie auch bei einigen anderen Rassen, besteht ein gewisses Risiko, dass sie an HCM erkranken. Diese Herzmuskelerkrankung endet früher oder später tödlich. Eine medikamentöse Behandlung ermöglicht – je nachdem, in welchem Stadium die Erkrankung erkannt wurde – mitunter noch über mehrere Jahre hinweg ein relativ unbeschwertes Leben. HCM ist erblich bedingt und steht in Verbindung damit, dass der Genpool sehr klein ist.

Die Ernährung der Sphynx

Für eine gesunde Ernährung sollte die Sphynx ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil erhalten, denn Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. Da sich die Bedürfnisse im Laufe eines Katzenlebens ändern, empfiehlt es sich, auf spezielles Futter für Kitten, erwachsene Tiere und Seniorenkatzen zu setzen: Kitten sind sehr verspielt und benötigen einen hohen Proteinanteil zum Aufbau von Muskelmasse und Körpersubstanz. Kittenfutter weist daher eine andere Zusammensetzung auf als zum Beispiel ein Seniorenfutter. Auch kann die Umstellung auf ein Futter ratsam sein, welches auf Harnwegsprobleme, Nierenerkrankungen, Verdauungsstörungen oder Übergewicht zugeschnitten ist.  

Sphynx-Kitten sollten mindestens vier Rationen pro Tag erhalten, um den Verdauungsapparat nicht zu sehr zu belasten. Im weiteren Verlauf des ersten Lebensjahres können die Rationen auf zwei bis drei Mahlzeiten verteilt werden. Kittenfutter sollte ungefähr bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres verabreicht werden. Ist schließlich aus diesem oder einem anderen Grund ein Futterwechsel geplant, dann nehmen Sie diesen sehr behutsam vor: Mischen Sie täglich einen immer größer werdenden Anteil des neuen Futters unter das gewohnte, um die Katze nicht mit einer abrupten Umstellung zu konfrontieren.  

Tipp: Aufgrund ihrer Haarlosigkeit, kann es vorkommen, dass die Sphynx einen leicht erhöhten Appetit gegenüber anderen Katzenrassen hat. Dies hängt damit zusammen, dass sie die Körperwärme nicht vergleichbar halten kann, weshalb sie etwas mehr Energie benötigt.