Selkirk Rex Katze

Selkirk Rex

Die Selkirk Rex ist eine noch sehr junge Katzenrasse, die auf der einen Seite durch Zufall, auf der anderen Seite durch gezielte Zucht entstanden ist.

Steckbrief

Herkunft USA
Größe mittelgroß bis groß
Gewicht Kater: 5-7 kg, Kätzin: 4-6 kg
Körperbau mittellang, kräftig, muskulös
Fell gelockt, plüschig
Fellfarbe alle Farben
Augenfarbe alle
Pflege gering
Charakter menschenbezogen, verspielt, selbstbewusst
Felllänge halblang

Der Charakter der Selkirk Rex

Mit einer Selkirk Rex holt man sich eine sehr anhängliche, verschmuste Katze ins Haus. Sie wirkt manchmal vielleicht etwas tollpatschig und naiv, kann es aber faustdick hinter den Ohren haben: Wenn gerade Spielzeit ist, läuft sie zu Hochform auf, überfällt einen von hinten, jagt durch das ganze Haus und kann gar nicht genug Action bekommen. Aber irgendwann hat auch sie genug und läutet die Schmusestunde ein. Wird sie nicht erhört, gibt sie so schnell nicht auf, sondern verfolgt einen mit einer gewissen Beständigkeit und macht deutlich, dass es an der Zeit ist, sich jetzt gemeinsam auf die Couch zurückzuziehen. Darum sollte man sich eigentlich nicht lang bitten lassen, denn es ist die reinste Wohltat, diese flauschige Katze auf seinem Schoß zu haben und gemeinsam ein wenig zu entspannen.

Geschichte der Selkirk Rex

Ebenso wie die Devon Rex und die Cornish Rex, entstand auch die Selkirk Rex durch eine zufällig aufgetretene Mutation. Von dieser wird bereits seit den 1930er Jahren berichtet und ab da begann auch die gezielte Zucht von Rexkatzen. Deren gemeinsames Kennzeichen ist ihr gelocktes Haar. Dafür verantwortlich ist ein Gendefekt, der die Struktur des Haares beeinflusst.

1987

Zu diesem kam es auch im Jahr 1987 beim Wurf einer Hauskatze im Tierheim von Sheridan, USA. Eins der fünf Kitten entwickelte mit der Zeit ein gelocktes Fell. Eine der Angestellten brachte das Kätzchen zu ihrer Freundin Jeri Newman. Sie züchtete Perserkatzen, nahm die kleine aber gerne auf und gab ihr den Namen „Miss Depesto of Noface“. Als die Katze ungefähr eineinhalb Jahre alt war, entschloss sich Jeri Newman, sie mit einem schwarzen Perserkater zu verpaaren. Daraus gingen sechs Jungtiere hervor, darunter auch drei mit Locken. Eins davon war Noface Oscar Kowalski. Auch er wurde ein Jahr später mit seiner Mutter zurück verpaart, um eventuelle gesundheitliche Probleme aufzudecken und um reinerbige Lockenkatzen zu erhalten.

1994

Es stellte sich heraus, dass die Tiere nicht mit anderen Rex-Arten verwandt waren. Dementsprechend war durch diese Verpaarung eine neue Rasse entstanden, die Jeri Newman nach ihrem Großvater Selkirk benannte. In den USA und Kanada kamen die Katzen sehr gut an und wurden 1994 von der TICA und CFA anerkannt. In Europa dauerte es bis ins Jahr 2017, als auch die Fife die Rasse offiziell anerkannte.

Rassemerkmale der Selkirk Rex

Als erstes sticht bei der Selkirk Rex ihr außergewöhnliches Fell hervor: Sowohl Unterfell wie auch die darüber liegenden Grannen- und Leithaare sind sanft gelockt bzw. gewellt. Das Fell fühlt sich sehr weich an und kommt in zwei Varianten vor: halblang und kurz. Selkirk Rex Katzen mit längerem Haar sind deutlich häufiger, gelegentlich kommt es bei Würfen aber auch zu Nachkommen mit kürzerem Fell. Beide Varianten verfügen über ein dichtes, weiches, plüschiges Fell, welches keinerlei kahlen Stellen aufweisen darf. Die Haare sollten nicht dicht am Körper anliegen, sondern abstehen. Dabei ist gewünscht, dass die Locken nicht symmetrisch angeordnet sind, sondern rein zufällig und unstrukturiert. Dem ist nicht von Anfang an so, sondern das lockige Fell entwickelt sich erst im Lauf des ersten Lebensjahres. Ist die Selkirk Rex ausgewachsen, zählt sie mit einem Gewicht von bis zu 7 Kilogramm zu den mittelgroßen bis großen Katzen. Sie ist kräftig und muskulös, aber dennoch gut ausgewogen. Sie besitzt einen runden Kopf, eine relativ kurze Nase, große Augen und leicht gekräuselte Schnurrhaare. 

Körperbau

kräftig, muskulös

Gewicht

4 - 7 kg

Fell

gelockt, plüschig

Fellfarbe

alle Farben

Augenfarbe

alle

Die Haltung einer Selkirk Rex

Die Haltung einer Selkirk Rex unterscheidet sich prinzipiell nicht von der Haltung anderer Katzenrassen. Allerdings gibt es Unterschiede, wie lange und problemlos bestimmte Rassen alleine zuhause bleiben können. Die Selkirk Rex hält davon gar nichts! Sie ist sehr sozial veranlagt, weshalb Züchter oftmals nicht zur Abgabe bereit sind, wenn das Tier als Einzelkatze gehalten werden soll. Entweder es muss schon eine Katze vorhanden sein oder der Interessent muss sich gleich für zwei Exemplare entscheiden. Das wäre der Selkirk Rex sicherlich am liebsten, denn dann fällt die Eingewöhnung im neuen Heim wesentlich leichter. Denken Sie bei der Haltung von zwei Katzen daran, nicht nur entsprechend mehr Näpfe, sondern auch zwei Katzenklos aufzustellen. Und am besten einen Kratzbaum, der viel Abwechslung bietet und sich zum Jagen, Dösen und als perfekter Ausguck eignet. Von dort aus stürzen sich die Katzen gerne mitten ins Getümmel, wenn sie als Familienkatzen gehalten werden und mit Kindern aufwachsen. Sie können einiges abhaben und werden so schnell nicht müde. Wird es ihnen zu viel, ziehen sie sich zurück und kommen erst wieder zum Vorschein, wenn die Kids fernsehen und man sich eine Streicheleinheit abholen kann. Einen Drang nach draußen verspüren sie kaum, weshalb auf Freigang bei genügend Abwechslung problemlos verzichtet werden kann.

Pflege und Gesundheit

Die Selkirk Rex muss nicht täglich gekämmt werden. Denn der spezielle Look des „ungeordneten“ Fells ist genau so gewünscht. Im Allgemeinen genügt es, sie zweimal pro Woche mit einem groben Kamm locker durchzukämmen, um Verfilzungen entgegenzuwirken und eventuellen Schmutz zu entfernen. Wer eine kurzhaarige Selkirk Rex besitzt, bei dem reicht auch einmaliges Kämmen. Manche Züchter empfehlen im Abstand von ein bis zwei Monaten ein Bad – das muss man individuell entscheiden.  

Grundsätzlich haart eine Selkirk Rex kaum und es wird ihr nachgesagt, dass sie nur in geringen Mengen das allergieauslösende Gen Fel d 1 produziert, was sie als Allergikerkatze interessant macht. Jedoch ist sie dadurch nicht automatisch eine geeignete Katzenrasse für einen Allergiker. Zur Sicherheit muss individuell ein Test durchgeführt werden.   

Bei Lockenkatzen vermuten manche Menschen, dass sie überdurchschnittlich krankheitsanfällig sein könnten, doch dem ist nicht der Fall. Um Erbkrankheiten möglichst zu vermeiden, ist ein großer Genpool und züchterische Verantwortung wichtig. Dadurch können mögliche Folgen durch Inzuchtprobleme klein gehalten werden. Diesbezüglich sind bei der Selkirk Rex bislang keine Fälle bekannt geworden. Es sind also lediglich die üblichen Vorkehrungen bezüglich der allgemeinen Gesundheitsvorsorge einer Katze durchzuführen, die Sie am besten mit Ihrem Tierarzt besprechen.

Die Ernährung der Selkirk Rex

Für eine gesunde Ernährung sollte die Selkirk Rex ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil erhalten, denn Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. Da sich die Bedürfnisse im Laufe eines Katzenlebens ändern, empfiehlt es sich, auf spezielles Futter für Kitten, erwachsene Tiere und Seniorenkatzen zu setzen: Kitten sind sehr verspielt und benötigen einen hohen Proteinanteil zum Aufbau von Muskelmasse und Körpersubstanz. Kittenfutter weist daher eine andere Zusammensetzung auf als zum Beispiel ein Seniorenfutter.  

Selkirk-Rex-Kitten sollten mindestens vier Rationen pro Tag erhalten, um den Verdauungsapparat nicht zu sehr zu belasten. Im weiteren Verlauf des ersten Lebensjahres können die Rationen auf zwei bis drei Mahlzeiten verteilt werden. Kittenfutter sollte ungefähr bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres verabreicht werden. Ist schließlich aus diesem oder einem anderen Grund (zum Beispiel einer Krankheit) ein Futterwechsel geplant, dann nehmen Sie diesen sehr behutsam vor: Mischen Sie täglich einen immer größer werdenden Anteil des neuen Futters unter das gewohnte, um die Katze nicht mit einer abrupten Umstellung zu konfrontieren.