Ragdoll Katze

Ragdoll

Mit einer Länge von bis zu 120 Zentimetern zählt die äußerst menschenbezogene Ragdoll zu den größten Katzenrassen der Welt.

Steckbrief

Herkunft USA
Größe groß
Gewicht Kater: 6-10 kg, Kätzin: 5-7 kg
Körperbau schlank, elegant, muskulös
Fell weich, dicht
Fellfarbe colourpoint, bicolour, mitted
Augenfarbe blau
Pflege mittel
Charakter ruhig, menschenbezogen, umgänglich
Felllänge halblang

Der Charakter der Ragdoll

Die Bezeichnung „Ragdoll“ beschreibt den Charakter dieser Rasse recht gut. Dabei handelt es sich nämlich um ein Wortspiel, welches so viel wie „Stoffpuppe“ oder „Lumpenpuppe“ bedeutet. Zu diesem ungewöhnlichen Namen kam die Ragdoll, weil sie sich völlig unproblematisch hochheben lässt und dann wie eine Stoffpuppe schlaff in den Armen ihres Halters hängt. Das ist bei vielen anderen Katze undenkbar, doch die Ragdoll hat vollstes Vertrauen und genießt die menschliche Zuwendung in vollen Zügen. Mit ihr holt man sich eine unkomplizierte, ruhige Katze ins Haus, die sich gut mit anderen Katzen, umgänglichen Hunden und sowohl mit ihr bekannten wie auch unbekannten Menschen versteht. Man muss auch keine Angst haben, dass sich diese große Katzenrasse wie ein Elefant im Porzellanladen verhält. Sie ist ebenso umsichtig wie andere Katzen, gilt allgemein als ruhig und sehr ausgeglichen. Gerne lässt sie sich auch auf ein Spiel ein, weshalb man rundherum sagen kann, dass sie eine ideale Familienkatze ist.

Geschichte der Ragdoll

Die Ragdoll hat eine sehr ungewöhnliche Geschichte, denn zu Beginn ihrer Entstehung durfte sie nur mit einer Lizenz gezüchtet werden. Dafür verantwortlich war die amerikanische Züchterin Ann Baker. Sie hatte in den 1960er Jahren bei ihrer Nachbarin einen Wurf Angorakatzen entdeckt, der besonders große Kitten mit langem Fell und blauen Augen umfasste. Sie kaufte einen jungen Kater und begann mit ihm ihre Zucht, die speziell auf diese Merkmale ausgelegt war. Wollte jemand eine ihrer Katzen erstehen und mit ihnen züchten, ging das nur mit einer Lizenz von ihr. Dementsprechend zäh verlief die Anfangsgeschichte der Ragdoll.

1982

Glücklicherweise machte Ann Baker Ausnahmen und so konnte die Rasse über Umwege schließlich auch lizenzfrei gezüchtet werden, was nach und nach weltweit zu ihrem Durchbruch verhalf. 1982 wurde sie von der FiFe offiziell anerkannt und gilt seitdem als eine der größten Katzenrassen der Welt.

Rassemerkmale der Ragdoll

Ein ausgewachsenes Ragdoll-Männchen kann eine Länge von 1,20 Metern und ein Gewicht von über 10 Kilogramm erreichen. Damit zählt die Ragdoll neben der Norwegischen Waldkatze, RagaMuffin und der Bengal zu den größten Katzenrassen der Welt. Zwar erreichen die Weibchen diese Ausmaße nicht, sind aber kaum weniger imposant. Auch sie verfügen über einen starken, muskulösen Körper und buschigen Schwanz. Das Fell einer Ragdoll hat eine mittlere Länge, ist weich, dicht und seidig. Auffallend lang ist es am Hals, wodurch sich das Aussehen eines Lätzchens ergibt.  

Wie die Siamkatze gehört auch die Ragdoll zu den sogenannten Point-Katzen. Das bedeutet, dass sie einfarbig hell zur Welt kommen und ihre dunklen Stellen (Points) sich erst im Laufe einiger Monate entwickeln. Diese treten üblicherweise an den Ohren, im Gesicht, den Beinen und am Schwanz auf. Nach dem Rassestandard gibt es die Ragdoll in den drei Mustern colourpoint, mitted und bicolour. Hinzu kommen 20 verschiedene Farben, woraus sich insgesamt ungefähr 60 verschiedene Varietäten ergeben. 

Körperbau

schlank, muskulös

Gewicht

5 - 10 kg

Fell

weich, dicht

Fellfarbe

colourpoint, bicolour, mitted

Augenfarbe

blau

Die Haltung einer Ragdoll

Eine Ragdoll ist weder aggressiv, noch laut, anstrengend oder kompliziert. Im Gegenteil: Da sie sehr relaxed und sanftmütig ist, ist die Haltung völlig unkompliziert. Natürlich hätte sie nichts gegen einen gelegentlichen Freigang einzuwenden, aber sie ist auch mit reiner Wohnungshaltung zufrieden zu stellen. Allerdings wünscht sie sich dann genügend Abwechslung. Stundenlanges allein sein ist nichts für sie. Wenn sich das aus beruflichen Gründen nicht vermeiden lässt, freut sie sich über einen Partner an ihrer Seite. Mit diesem kann sie plaudern oder Spielchen machen. Hierfür eignet sich unter anderem ein abwechslungsreicher Kratzbaum. Dieser sollte, wie alle Utensilien für eine Ragdoll, ausreichend groß und stabil sein. Denn ein 10 Kilogramm schwerer Kater kann schon einmal etwas zum Einstürzen bringen. Sicherlich nicht absichtlich, denn so groß sie auch sein mögen, sind sie dennoch sehr vorsichtig. Aber das Gewicht allein genügt bereits, um einen ungesicherten Kratzbaum ins Wanken zu bringen. 

Pflege und Gesundheit

Im ersten Moment könnte man befürchten, der Pflegeaufwand für eine Ragdoll wäre möglicherweise ebenso hoch wie bei einer Perserkatze. Doch zum Glück ist er deutlich geringer: Das seidige Fell neigt kaum dazu, zu verfilzen. Dies heißt allerdings nicht, dass auf gelegentliches Bürsten verzichtet werden darf. Vor allem während des Fellwechsels empfiehlt sich dies mehrmals pro Woche. Das erleichtert der Katze nicht nur die Prozedur, sondern es vermindert auch das Verschlucken loser Haare.  

Ragdolls sind keine besonders krankheitsanfällige Rasse, jedoch sind Erbkrankheiten nicht auszuschließen. Zu diesen zählt unter anderem die Herzkrankheit „Hypertrophe Cardiomyopathie“, bei der sich die Herzwand verdickt, so dass der Innenraum des Herzens immer kleiner wird. Medikamente können helfen, doch leider wird die Krankheit oft erst spät entdeckt, so dass sich dann lediglich die Symptome wie beschleunigte Atmung und Fressunlust abmildern lassen. Verantwortungsvolle Züchter führen bei ihren Tieren einen Gentest durch und schließen betroffene Tiere von der Zucht aus.  

Trotz Impfungen und Gentests lassen sich auch bei der Ragdoll Krankheiten nicht vermeiden. Inzuchtprobleme können zum Beispiel dazu führen, dass Tiere vereinzelt an Immunschwäche leiden. Auch von Augenkrankheiten und Anämie (Blutarmut) wird gelegentlich berichtet. Doch prinzipiell handelt es sich bei der Ragdoll um eine recht robuste Rasse.

Die Ernährung einer Ragdoll

Für eine gesunde Ernährung sollte die Ragdoll ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil erhalten, denn Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. Da sich die Bedürfnisse im Laufe eines Katzenlebens ändern, empfiehlt es sich, auf spezielles Futter für Kitten, erwachsene Tiere und Seniorenkatzen zu setzen: Kitten sind sehr verspielt und benötigen einen hohen Proteinanteil zum Aufbau von Muskelmasse und Körpersubstanz. Kittenfutter weist daher eine andere Zusammensetzung auf als zum Beispiel ein Seniorenfutter. Auch kann die Umstellung auf ein Futter ratsam sein, welches auf Harnwegsprobleme, Nierenerkrankungen, Verdauungsstörungen oder Übergewicht zugeschnitten ist.  

Ragdoll-Kitten sollten mindestens vier Rationen pro Tag erhalten, um den Verdauungsapparat nicht zu sehr zu belasten. Im weiteren Verlauf des ersten Lebensjahres können die Rationen auf zwei bis drei Mahlzeiten verteilt werden. Kittenfutter sollte mindestens bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres verabreicht werden, denn Ragdolls wachsen eher langsam. Ist schließlich aus diesem oder einem anderen Grund ein Futterwechsel geplant, dann nehmen Sie diesen sehr behutsam vor: Mischen Sie täglich einen immer größer werdenden Anteil des neuen Futters unter das gewohnte, um die Katze nicht mit einer abrupten Umstellung zu konfrontieren