RagaMuffin Katze

RagaMuffin

Die RagaMuffin ist eng mit der Ragdoll verwandt. Die beiden großen Katzenrassen unterscheiden sich nur in wenigen Merkmalen. 

Steckbrief

Herkunft USA
Größe groß
Gewicht Kater: 6-10 kg, Kätzin: 5-7 kg
Körperbau stattlich, elegant, muskulös
Fell weich, dicht
Fellfarbe alle Farben
Augenfarbe alle
Pflege mittel
Charakter ruhig, menschenbezogen, umgänglich
Felllänge halblang

Der Charakter der RagaMuffin

Die RagaMuffin ist eine ausgesprochen unkomplizierte, ruhige Katzerasse, die sich gut mit anderen Tieren und sowohl mit ihr bekannten wie auch unbekannten Menschen versteht. Sie gilt als äußerst menschenbezogen, schmust gerne und ist sehr gesprächig. Daher sucht sie häufig den Kontakt zu ihren Menschen und es ist ihr durchaus wert, den gemütlichen Platz auf dem Kratzbaum aufzugeben, wenn sich niemand mehr in ihrer Nähe befindet. Ist sie fündig geworden, streift sie einem um die Beine und hat nichts dagegen einzuwenden, hochgenommen zu werden. Das ist bei einem bis zu 10 Kilogramm schweren Kater gar nicht so leicht, weshalb eine gemeinsame Kuschelrunde auf dem Sofa sicherlich entspannter ist. Dazu lässt sich eine RagaMuffin ebenso gerne ein, wie auf ein Spiel mit der Katzenangel. Das gefällt Kindern, weshalb man sagen kann, dass die RagaMuffin eine ideale Katze für die ganze Familie ist.

Geschichte der RagaMuffin

Die Geschichte der RagaMuffin ist eng mit der Entstehungsgeschichte der Ragdoll verknüpft, denn aus dieser ist sie entstanden. Der Grund dafür waren Streitigkeiten mit der amerikanischen Züchterin Ann Baker. Sie hatte in den 1960er Jahren bei ihrer Nachbarin einen Wurf Angorakatzen entdeckt, welcher besonders große Kitten mit langem Fell und blauen Augen beinhaltete. Sie kaufte einen jungen Kater und begann mit ihm ihre Zucht, die speziell auf diese Merkmale ausgelegt war. Wollte jemand eine ihrer Katzen erstehen und mit ihnen züchten, ging das nur mit einer Lizenz von ihr. Dementsprechend zäh verlief die Anfangsgeschichte der von ihr ins Leben gerufenen Ragdoll.

1994

Zwar machte Ann Baker gelegentlich Ausnahmen, aber das genügte einer Gruppe von Züchtern nicht, weshalb es 1994 zu einer Abspaltung kam. Etwas boshaft bezeichneten manche der zurückgebliebenen Ragdoll-Züchter die „neuen“ Katzen als „RagaMuffin“, was so viel wie „Kind in Lumpen“ oder auf Katzen bezogen „Straßenkatzen“ bedeutete. Die Abspalter bewiesen Humor und entschlossen sich, diesen Namen zu behalten. 2011 wurde die RagaMuffin in Amerika offiziell als eigenständige Rasse anerkannt, bei der Europäischen Dachorganisation Fife ist dies jedoch bis heute nicht der Fall.

Rassemerkmale der RagaMuffin

Die RagaMuffin zählt neben der Ragdoll, Norwegischen Waldkatze und der Bengal zu den größten Katzenrasse der Welt. Ein ausgewachsenes RagaMuffin-Männchen kann von der Nasen- bis zur Schwanzspitze eine Länge von über einem Meter und ein Gewicht von bis zu 10 Kilogramm erreichen. Sie verfügen über einen starken, muskulösen Körper und buschigen Schwanz. Die Beine sind mittellang, wobei die Hinterbeine etwas länger als die Vorderbeine sind. Das Fell einer RagaMuffin hat eine mittlere Länge, ist weich, dicht und seidig. Ein entscheidender Unterschied gegenüber der Ragdoll besteht darin, dass die RagaMuffin in noch mehr Farbvariationen gezüchtet wird. Sie sind beinahe unendlich. Der zweite Unterschied betrifft die Augenfarbe: Während eine Ragdoll blaue Augen besitzen soll, sind auch hier die RagaMuffin-Züchter großzügig und erlauben alle Farben. Wichtig ist ihnen jedoch, dass die Färbung möglichst intensiv und die Augen groß und ausdrucksvoll sind.

Körperbau

elegant, muskulös

Gewicht

5 - 10 kg

Fell

weich, dicht

Fellfarbe

alle Farben

Augenfarbe

alle

Die Haltung einer RagaMuffin

Eine RagaMuffin ist groß – darüber sollte sich jeder im Klaren sein, der sich für diese imposante Katzenrasse entscheidet. Und da sie sehr viel Wert auf ihr soziales Umfeld legt, sollte man sich am besten mindestens zwei Katzen anschaffen. Dementsprechend benötigt man für einen großen, stabilen Kratzbaum und zwei Katzenklos genügend Platz. Aber es ist nicht etwa so, dass eine normale Wohnung nicht genügen würde. Eine RagaMuffin weiß sich durchaus zu benehmen und ist nicht weniger vorsichtig mit Deko- oder Einrichtungsgegenständen wie andere Katzenrassen. Im Gegenteil: Sie sind selten aufgedreht, sondern gehen es eher relaxed an. Daher benötigen sie auch keinen Freigang, sondern sind mit einer reinen Wohnungshaltung durchaus zufrieden zu stellen. Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, einen katzensicheren Balkon einzurichten – das nehmen viele gerne an. Aber im Zweifelsfall genügt auch ein kuscheliger Fensterplatz. Wichtig ist nur, dass grundsätzlich genügend Abwechslung geboten wird. Für diese sorgen zwei Katzen zu einem Großteil bereits ganz von selbst, dennoch empfiehlt sich ein großer Kratzbaum und einige Spielsachen. Und was keinesfalls vergessen werden darf – die tägliche Spiele- und Kuschelrunde. Ohne diese ist für die RagaMuffin das Leben nur halb so schön.

Pflege und Gesundheit

Eine RagaMuffin wirkt nicht nur aufgrund ihrer Körpergröße, sondern auch aufgrund ihres üppigen Fells sehr imposant. Während man bei einer Kurzhaarkatze auf die Fellpflege beinahe komplett verzichten kann, darf sie bei der RagaMuffin nicht vernachlässigt werden. Zwar neigt ihr seidiges Fell kaum dazu, zu verfilzen, dennoch sollte sie mindestens einmal pro Woche gekämmt werden. Steht ein Fellwechsel an, empfiehlt es sich, die Katze jeden zweiten Tag zu kämmen, denn es fallen sehr viele Haare an. Werden von der RagaMuffin beim Putzen ihres Fells zu viele verschluckt, kann es zu Problemen bei der Verdauung kommen. Daher ist regelmäßiges Kämmen für sie eine sehr willkommene Unterstützung.  

RagaMuffins sind keine besonders krankheitsanfällige Rasse. Sie können ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen. Jedoch sind auch bei ihnen Erbkrankheiten nicht auszuschließen. Zu diesen zählt unter anderem die Herzkrankheit „Hypertrophe Cardiomyopathie“, bei der sich die Herzwand verdickt, so dass der Innenraum des Herzens immer kleiner wird. Medikamente können zwar helfen, doch leider wird die Krankheit oft erst spät entdeckt, so dass sich lediglich die Symptome wie beschleunigte Atmung und Fressunlust abmildern lassen. Verantwortungsvolle Züchter führen bei ihren Tieren einen Gentest durch und schließen betroffene Tiere von der Zucht aus.  

Trotz Impfungen und Gentests lassen sich auch weitere Krankheiten nicht ausschließen. Inzuchtprobleme können zum Beispiel dazu führen, dass Tiere eine Immunschwäche aufweisen. Auch von Augenkrankheiten und Anämie (Blutarmut) wird gelegentlich berichtet. Doch prinzipiell handelt es sich bei der RagaMuffin um eine recht gesunde Rasse.

Die Ernährung der RagaMuffin

Für eine gesunde Ernährung sollte die RagaMuffin ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil erhalten, denn Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. Da sich die Bedürfnisse im Laufe eines Katzenlebens ändern, empfiehlt es sich, auf spezielles Futter für Kitten, erwachsene Tiere und Seniorenkatzen zu setzen: Kitten sind sehr verspielt und benötigen einen hohen Proteinanteil zum Aufbau von Muskelmasse und Körpersubstanz. Kittenfutter weist daher eine andere Zusammensetzung auf als zum Beispiel ein Seniorenfutter. Auch kann die Umstellung auf ein Futter ratsam sein, welches auf Harnwegsprobleme, Nierenerkrankungen, Verdauungsstörungen oder Übergewicht zugeschnitten ist.  

RagaMuffin-Kitten sollten mindestens vier Rationen pro Tag erhalten, um den Verdauungsapparat nicht zu sehr zu belasten. Im weiteren Verlauf des ersten Lebensjahres können die Rationen auf zwei bis drei Mahlzeiten verteilt werden. Kittenfutter sollte mindestens bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres verabreicht werden, denn Ragdolls wachsen eher langsam. Ist schließlich aus diesem oder einem anderen Grund ein Futterwechsel geplant, dann nehmen Sie diesen sehr behutsam vor: Mischen Sie täglich einen immer größer werdenden Anteil des neuen Futters unter das gewohnte, um die Katze nicht mit einer abrupten Umstellung zu konfrontieren.