Bengalkatze

Bengalkatze

Sie sieht aus wie eine echte Wildkatze, doch in ihrem Inneren ist sie eine verspielte, aktive Hauskatze, die sehr anhänglich sein kann.

Steckbrief

Herkunft USA
Körperbau lang, kräftig, muskulös
Fellfarbe Variationen von braun mit deutlich abgehobener Zeichnung
Fell weich, dicht
Augenfarbe grün, braun, gold, blau
Pflege gering
Charakter verspielt, agil, kommunikativ
Größe mittelgroß bis groß
Gewicht Kater: 5-7 kg, Kätzin: 3-4 kg
Felllänge kurz

Charakter der Bengalkatze

Wie aufgrund ihres Äußeren nicht anders zu vermuten, kann eine Bengal ganz schön „wild“ sein. Das beschränkt sich allerdings darauf, dass sie wie wild einen Kratzbaum rauf und runter rennt oder beim Spiel mit einer Katzenangel durchaus beherzt zulangen kann.

In ihr schlummert ein Verlangen nach viel Abwechslung und Bewegung, weshalb es in einem Bengalhaushalt nicht langweilig sein sollte. Sie liebt Action – und dafür ist am besten eine Zweitkatze geeignet, die genau versteht, nach was ihr gerade ist. Das müssen nicht immer wilde Spiele sein, sondern darunter versteht die kommunikative Bengal auch einmal einen Plausch. Mit diesem darf man sogar als Zweibeiner rechnen, denn es gibt immer viel zu erzählen. Das kann gerne auf dem Schoß ihres Halters passieren.

Sie ist nämlich keinesfalls menschenscheu, sondern sehr zutraulich und schätzt intensiven Körperkontakt.

Geschichte der Bengal

Manche Katzenrassen entstanden ganz von selbst (Naturrassen), bei anderen hat der Mensch mitgehofen. Im Falle der Bengalkatze war es die Genetikerin Jean Mill, die 1963 den Wunsch hatte, eine Hauskatze zu züchten, die wie eine gepunktete Wildkatze aussehen sollte. Dazu verpaarte sie eine asiatische Leopardkatze mit ihrem schwarzen Hauskater. Heraus kam unter anderem ein gepunktetes Katzenmädchen, das sie einige Zeit später mit ihrem Vater verpaarte. Zwar erhielt sie nun einen ganzen Wurf gepunkteter Katzen, doch die meisten waren unfruchtbar.

1983

Etliche Jahre später unternahm sie einen neuen Versuch und kreuzte verschiedene andere Rassen mit ein. Das führte schließlich zum Erfolg. 1983 stellte sie ihre selbst erschaffene Katzenrasse vor, die großes Aufsehen erregte. Bis 1999 dauerte es, dass die Bengal von der FiFe (Fédération Internationale Féline) offiziell anerkannt wurde. Es handelt sich bei ihr also um eine noch recht junge Rasse, die seitdem nur noch reinrassig gezüchtet wird.

Rassemerkmale der Bengalkatze

Charakteristisch für die Bengal ist natürlich ihr ganz spezieller Look, der an einen Minileoparden erinnert. Verantwortlich dafür ist ihr Urahn, die asiatische Leopardkatze, die deutlich kleiner als ein „normaler“ Leopard ist. Eine Bengalkatze besitzt einen muskulösen Körper und eine besondere Geschmeidigkeit: Sie ist elegant und schlank, ohne zierlich zu sein. Die Beine sind mittellang, die Pfoten groß, der Schwanz am Ansatz dick und zum Ende hin spitz zulaufend. Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper etwas kleiner, die Augen sind groß und oval, die Ohren kurz und klein.  

Im ersten Moment mag man denken, es gibt beim Fell keine Unterschiede, doch dem ist nicht so. Die Bengal verfügt über eine ganze Reihe von Farbvarietäten: Die Grundfarbe stellt eine Variation aus braun, gelb, lohfarben, gold und orange dar. Als Muster unerwünscht sind Tigerstreifen. Stattdessen sollte es sich um Tupfen oder eine Marmorierung handeln, die wahllos auf dem Körper angeordnet ist und sich deutlich von der Grundfarbe abhebt.

Körperbau

kräftig, muskulös

Gewicht

3 - 7 kg

Fell

weich, dicht

Fellfarbe

Variationen von braun

Augenfarbe

grün, braun, gold, blau

Die Haltung einer Bengal

Nicht nur bei Hunden gibt es unterschiedliche Anforderungen an den Halter, dies gilt auch bei manchen Katzenrassen wie zum Beispiel der Bengal. Sie ist nichts für eine kleine Wohnung ohne Balkon oder Garten. Sie braucht Platz zum Spielen, Toben und Rennen. Der Mittelpunkt für sie stellt meist ein deckenhoher Kratzbaum dar, der von oben bis unten in Beschlag genommen wird. Selbiges kann aber auch mit einem Regal oder Schrank passieren. Vor der sprunggewaltigen Katze ist so schnell nichts sicher, wobei sie sich sehr vorsichtig bewegt. Außer sie ist in Rage, dann können schon einmal die Fetzen fliegen. Aber das ist auch bei vielen anderen Rassen der Fall. Sie eignet sich dennoch wunderbar als Familienkatze, denn neben ihrer wilden Art ist sie auch sehr menschenbezogen. Der Rassestandard besagt, dass es sich bei ihr um eine zutrauliche, aufmerksame, neugierige und freundliche Katze handeln soll. Und genau das ist sie auch bei entsprechender Sozialisierung. Doch damit sie geistig und körperlich ausgelastet ist, muss man etwas tun. Dazu gehört neben einem großen Kratzbaum möglichst viel Spielzeug und zumindest ein katzensicherer Balkon oder gleich ein Freigehege. Und damit alles nicht nur halb so viel Spaß macht, empfiehlt es sich, gleich zwei Bengalkatzen zu halten. Dann muss man auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn die Katzen einmal ein paar Stunden alleine sind, was bei einer Einzelkatze nicht die Regel sein sollte.

Pflege einer Bengal

Sehr angenehm ist die Pflege einer Bengal, denn sie macht so gut wie keine Arbeit. Den größten Teil der Fellpflege übernimmt die Katze selbst, doch sie hat ganz und gar nichts gegen gelegentliches Bürsten einzuwenden, was sie wohl eher als Streicheleinheit ansieht. Schließlich kann beim Kurzhaarfell einer Bengal nichts ziepen, weshalb es zu keinen unangenehmen Momenten kommt. Zwar muss eine Bengalkatze nicht gebadet werden, dennoch bieten manche Halter in ihrem Freigehege eine kleine Bademöglichkeit an. Denn die Rasse gilt als ungewöhnlich wasserliebend, weshalb sie um Waschbecken oder Badewannen nicht zwingend einen großen Bogen macht.

Rund um die Gesundheit

Bengalkatzen gelten als nicht überdurchschnittlich krankheitsanfällig. Doch trotz ihrer Robustheit sind Erbkrankheiten nie auszuschließen. Dazu zählt unter anderem die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), welches die am häufigsten vorkommende Herzerkrankung bei Katzen ist. Dabei kommt es zu einer Vergrößerung der linken Herzkammer, die zu einer deutlichen Schwächung der Katze führt und schlussendlich ihren Tod durch Herzversagen mit sich bringen kann. Eine regelmäßige Ultraschalluntersuchung ist sinnvoll. 

Ebenfalls erblich bedingt ist die gelegentlich vorkommende Patella Luxation. Hierbei springt die Kniescheibe heraus, was zu großen Schmerzen führt. Gelegentlich hört man im Zusammenhang mit der Bengal auch von der Progressiven Retina Atrophie (dabei schrumpft die Netzhaut), der Polyzystischen Nierenerkrankung (Zystenbildung an den Nieren) und in seltenen Fällen von der Pyruvatkinase Defizienz, welche zu Blutarmut führt.

 

Die Ernährung einer Bengal

Für eine gesunde Ernährung sollte die Bengal ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil erhalten, denn Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. Da sich die Bedürfnisse im Laufe eines Katzenlebens ändern, empfiehlt es sich, auf spezielles Futter für Kitten, erwachsene Tiere und Seniorenkatzen zu setzen: Kitten sind sehr verspielt und benötigen einen hohen Proteinanteil zum Aufbau von Muskelmasse und Körpersubstanz. Kittenfutter weist daher eine andere Zusammensetzung auf als zum Beispiel ein Seniorenfutter. Auch kann die Umstellung auf ein Futter ratsam sein, welches auf Harnwegsprobleme, Nierenerkrankungen, Verdauungsstörungen oder Übergewicht zugeschnitten ist. 

Bengal-Kitten sollten mindestens vier Rationen pro Tag erhalten, um den Verdauungsapparat nicht zu sehr zu belasten. Im weiteren Verlauf des ersten Lebensjahres können die Rationen auf zwei bis drei Mahlzeiten verteilt werden. Kittenfutter sollte ungefähr bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres verabreicht werden. Ist schließlich aus diesem oder einem anderen Grund ein Futterwechsel geplant, dann nehmen Sie diesen sehr behutsam vor: Mischen Sie täglich einen immer größer werdenden Anteil des neuen Futters unter das gewohnte, um die Katze nicht mit einer abrupten Umstellung zu konfrontieren.