Norwegische Waldkatze

Norwegische Waldkatze

Aufgrund ihres Aussehens und ihrer freundlichen Art hat es die Norwegische Waldkatze nicht nur in ihrem Heimatland zu einer der beliebtesten Katzenrassen geschafft.

Steckbrief

Herkunft Norwegen
Größe groß
Gewicht Kater: 5-10 kg, Kätzin: 4-7 kg
Körperbau lang, großrahmig, kräftig
Fell dichte Unterwolle
Fellfarbe alle (mit vereinzelten Ausnahmen)
Augenfarbe alle
Pflege mittel
Charakter selbstbewusst, gesellig, verspielt
Felllänge lang

Der Charakter der Norwegischen Waldkatze

Vielleicht hängt es mit ihrer Größe zusammen, vielleicht liegt es auch an ihren skandinavischen Wurzeln – auf alle Fälle ist die Norwegische Waldkatze äußerst unerschrocken, robust und nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen. Sie ist sich offenbar im Klaren darüber, dass es sich bei ihr nicht um ein kleines Kätzchen handelt, sondern um eine große, kräftige Katze, die über den Dingen stehen kann. Das soll aber nicht heißen, dass sie unnahbar ist. Im Gegenteil: Viele von ihnen sind bis ins hohe Alter verspielt, plaudern gerne mit ihresgleichen oder ihrem Zweibeiner, können sehr temperamentvoll sein und akzeptieren es auch, wenn es in ihrem Heim etwas turbulenter zugeht. Auf der anderen Seite lieben sie aber auch gemeinsame Kuschelrunden, bei denen hervorragend die Fellpflege mit einbezogen werden kann.

Geschichte der Norwegerin

Über den Ursprung der Norwegischen Waldkatze gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Manche glauben, sie sei eine bewusst gezüchtete Rasse, die sich aus der Verpaarung skandinavischer Hauskatzen mit Angora- oder Perserkatzen ergab. Zumeist wird allerdings vermutet, dass es sich um eine sogenannte Naturrasse handelt. Damit ist gemeint, dass sie sich ohne Zutun des Menschen exakt so entwickelt hat. Schaut man sie sich an, ist das durchaus nachvollziehbar, denn wer im kalten Skandinavien überleben möchte, schafft sich exakt ein warmes, wetterbeständiges Fell an, wie es die Norwegische Waldkatze besitzt. Dieses hat zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit dem der Europäischen Wildkatze, doch die Wissenschaftler sind sich einig, dass sie mit ihr nicht verwandt ist. Vermutet wird, dass sie mit Wikingern aus dem Vorderen Orient nach Skandinavien kam und sich mit der Zeit an das Klima angepasst hat.

1938

1938 hörte man von ihr erstmals auf einer Ausstellung in Oslo. Von da an stieg ihr Ruhm, der darin gipfelte, dass sie 1972 zur Nationalkatze Norwegens ernannt wurde. Seit 1977 ist sie auch offiziell von der Fife (Federation Internationale Feline) anerkannt.

Rassemerkmale der Norwegischen Waldkatze

Mit einer Länge von bis zu 130 Zentimetern (von der Nasen- bis zur Schwanzspitze) zählt sie zu den größten Katzenrassen der Welt. Ihr Körper ist lang und kräftig, die Hinterbeine etwas höher als die Vorderbeine. Sie ermöglichen es der Norwegischen Waldkatze, beeindruckende Sprünge zu vollführen. Zum Ausbalancieren hilft ihr der lange, buschige Schwanz, mit dem sie sich bei eisigen Temperaturen beinahe wie ein Husky schützen kann. Dazu trägt auch ihr extrem witterungsbeständiges Fell bei: Das lange, grobe Deckhaar lässt so gut wie kein Wasser durch, wodurch das dichte, wollige Unterfell stets seine Aufgabe erfüllen kann, die Katze auch bei eisigen Minustemperaturen optimal zu wärmen. Dazu verhelfen auch eine extra „Halskrause“, Knickerbocker an den Beinen und große, runde Pfoten mit Fellbüscheln zwischen den Zehen.  

Charakteristisch für die Norwegische Waldkatze sind ihre Pinselohren, die an einen Luchs erinnern. Sie sitzen hoch oben auf einem Kopf, der von vorn eine dreieckige Form aufweist, wodurch sich die Norwegerin gut von der ähnlichen Maine Coon unterscheiden lässt. Bezüglich der Augenfarbe ist alles erlaubt, bei der Fellfarbe gibt es ein paar Einschränkungen: Im Standard ausgeschlossen sind pointed Abzeichen, darüber hinaus chocolate, cinnamon, fawn und lilac.

Körperbau

großrahmig, kräftig

Gewicht

4 - 10 kg

Fell

üppig, dicht

Fellfarbe

fast alle Farben

Augenfarbe

alle

Die Haltung einer Norwegischen Waldkatze

Die meisten Norwegischen Waldkatzen werden in der Wohnung gehalten, was bei einem Preis von bis zu 1000 Euro durchaus verständlich ist. Aber vielleicht haben Sie ja die Möglichkeit, den Katzen eingeschränkten Freigang, zum Beispiel auf dem Balkon oder in einem Freigehege zu ermöglichen. Das wäre genau nach dem Geschmack der Norweger, die auch bei schlechtem Wetter nicht vor einem kleinen Ausflug zurückschrecken. Im Gegenteil: Aufgrund ihres dichten Fells kann ihnen Temperaturen von minus 20 Grad nichts anhaben. Dennoch kommen sie gerne wieder in die warme Stube, wo es für diese großen Tiere ausreichend Platz zum Spielen, Jagen und Klettern geben sollte. Ideal ist ein deckenhoher, stabiler Kratzbaum, an dem sie ihre Sprungkünste zur Schau stellen können.  

Grundsätzlich ist eine Norwegische Waldkatze relativ anspruchslos, aber wie die meisten Katzen, liebt auch sie die Gesellschaft. Als Einzelkatze benötigt sie sehr viel Zuwendung. Leichter hat man es, wenn die Norwegerin einen Partner zur Seite gestellt bekommt. Dann ist es auch kein Problem, wenn für ein paar Stunden niemand zuhause ist.  

Pflege und Gesundheit

Eine Norwegische Waldkatze verfügt (vor allem im Winter) über eine Menge Fell. Dennoch ist die Fellpflege nicht ungewöhnlich hoch. In der Regel genügt es, sie zweimal in der Woche zu bürsten. Während des Fellwechsels im Frühjahr sollte dies jedoch am besten täglich stattfinden. Denn in dieser Zeit verliert sie extrem viele Haare. Da sich Katzen viel putzen, verschlucken sie entsprechend viele Haare, was zu Problemen führen kann. Um dies zu vermeiden – und sich selbst unnötig viel Saugen zu ersparen – hilft regelmäßiges Bürsten. Es verhindert auch, dass sich das Haar mit der Zeit verknotet.  

Grundsätzlich gilt die Norsk Skogatt, wie sie in Norwegen genannt wird, als robust und wenig krankheitsanfällig. Allerdings können rassetypischen Erkrankungen auftreten, wie zum Beispiel HCM. Bei der Hypertrophen Cardiomyopathie handelt es sich um eine Erkrankung des Herzmuskels. Sie führt dazu, dass der Innenraum des Herzens immer kleiner wird, was unter anderem zu Atembeschwerden führt. Immer mehr Züchter gehen deshalb dazu über, ihre Katzen per Ultraschall auf diese Krankheit untersuchen zu lassen und bei einem entsprechenden Befund diese Tiere aus der Zucht heraus zu nehmen.  

Ebenfalls erblich bedingt ist die Glykogene Speichererkrankung, bei der es zu erheblichen Stoffwechselproblemen kommt. Betroffene Kitten sterben oft nach kürzester Zeit oder haben nur eine sehr geringe Lebenserwartung. Auch hier gibt es Tests, um entsprechende Katzen erst gar nicht zu Zuchtzwecken einzusetzen.  

Umstritten ist die reine Weißzucht der Norwegischen Waldkatze, denn dabei besteht grundsätzlich immer eine erhöhte Gefahr, dass es zu Taubheit kommt. Keinesfalls sollten daher zwei weiße Katzen miteinander verpaart werden.

Die Ernährung einer Norwegischen Waldkatze

Für eine gesunde Ernährung sollte die Norwegische Waldkatze ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil erhalten, denn Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. Da sich die Bedürfnisse im Laufe eines Katzenlebens ändern, empfiehlt es sich, auf spezielles Futter für Kitten, erwachsene Tiere und Seniorenkatzen zu setzen: Kitten sind sehr verspielt und benötigen einen hohen Proteinanteil zum Aufbau von Muskelmasse und Körpersubstanz. Kittenfutter weist daher eine andere Zusammensetzung auf als zum Beispiel ein Seniorenfutter. Auch kann die Umstellung auf ein Futter ratsam sein, welches auf Harnwegsprobleme, Nierenerkrankungen, Verdauungsstörungen oder Übergewicht zugeschnitten ist.  

Norwegische Waldkatzen Kitten sollten mindestens vier Rationen pro Tag erhalten, um den Verdauungsapparat nicht zu sehr zu belasten. Im weiteren Verlauf des ersten Lebensjahres können die Rationen auf zwei bis drei Mahlzeiten verteilt werden. Kittenfutter sollte ungefähr bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres verabreicht werden, denn Norwegische Waldkatzen wachsen eher langsam. Ist schließlich aus diesem oder einem anderen Grund ein Futterwechsel geplant, dann nehmen Sie diesen sehr behutsam vor: Mischen Sie täglich einen immer größer werdenden Anteil des neuen Futters unter das gewohnte, um die Katze nicht mit einer abrupten Umstellung zu konfrontieren.