Kartäuser Katze

Kartäuser

Die edle Kartäuser wird seit beinahe 100 Jahren gezüchtet. Ihre ruhige, freundliche Art macht sie zu einer beliebten Familienkatze.

Steckbrief

Herkunft Frankreich
Größe mittelgroß
Gewicht Kater: 6-7 kg, Kätzin: 4-5 kg
Körperbau kräftig, fest, muskulös
Fell glänzend, dicht
Fellfarbe alle Schattierungen von Blau
Augenfarbe gelb, kupfer
Pflege gering
Charakter ruhig, ausgeglichen, anhänglich
Felllänge kurz

Der Charakter der Kartäuser

Sie ist weder laut, noch fordernd, aufdringlich oder gar aggressiv. Im Gegenteil: Eine Kartäuser ist bekannt für ihre ausgeglichene Art, ihre Besonnenheit und Friedfertigkeit. Mit ihr lässt sich gut Kuscheln, auf dem Sofa flätzen oder einfach nichts tun. Sie muss nicht ständig bespaßt werden, sondern ruht in sich selbst. Das soll aber nicht heißen, dass sie unnahbar oder gar abweisend wäre. Sie liebt und braucht den Kontakt zu ihren Menschen. Deshalb ist sie auch sofort bereit, ihren bequemen Platz auf dem Kratzbaum aufzugeben, wenn sich niemand mehr in Sichtweite befinden sollte. Dann streift sie durchs Haus und macht sich auf die Suche nach ihrem „Lieblingsmenschen“, den sie sich oft aussucht. Zu wählerisch ist sie dabei jedoch nicht: Sie freut sich über jeden in der Familie, so lange es nicht zu wild zugeht. Ein kleines Spielchen darf durchaus sein, aber dann zieht sie sich lieber wieder zurück und genießt den Ausblick aus sicherer Höhe. 

Geschichte der Kartäuser Katze

Immer wieder kommt es zu Verwirrungen bei der Kartäuser bezüglich ihres Namens, denn die einen nennen die Rasse Kartäuser, die anderen Chartreux. Um es kurz zu machen: Es handelt sich dabei um ein und die selbe Rasse! Kartäuser ist die eingedeutschte Form von Chartreux. Das Problem ist, dass die Bezeichnung „Kartäuser“ früher für die unterschiedlichsten Rassen blauer Katzen benutzt wurde, also zum Beispiel auch für die blaue Variante der Britsch Kurzhaar. Das sorgt bis heute für Verwirrung, doch offiziell darf sich nur eine Chartreux als echte Kartäuser bezeichnen.  

1920

Einig sind sich die Experten, dass die Rasse ihren Ursprung in Frankreich hat. Ob sie etwas mit dem Orden der Grande Chartreuse zu tun hatten, darüber wird spekuliert. Vielleicht hielten die Mönche die Rasse in ihren Klöstern, ihren offiziellen Ursprung haben sie jedoch dem Geschwisterpaar Christine und Suzanne Léger zu verdanken. Sie zog es 1920 auf die bretonische Insel Belle-Ile-en-Mer, wo sie auf wild lebende blaue Katzen stießen. Sie begannen mit der planmäßigen Zucht und gaben den Katzen die Bezeichnung „Chartreux“. Über die Namensgebung wird immer wieder spekuliert. Möglicherweise geht sie auf die blau-graue Wollsorte „Pile des Chartreux“ zurück.  

1931

1931 wurde die Rasse auf der Katzenshow „Mignonne de Guerveur“ vorgestellt und zur schönsten Rasse gekürt. Langsam machte sie sich einen Namen, doch zu Kriegszeiten blieb auch sie nicht vor Rückschlägen verschont. Um bei den immer weniger verbliebenen Katzen Inzucht zu vermeiden, gab es Verpaarungen mit der Britisch Kurzhaar und wahrscheinlich auch mit der Russisch Blau und Perserkatzen. Das führte dazu, dass bis ins Jahr 1977 blaue Britisch Kurzhaar häufig auch als Kartäuser bezeichnet wurden. Seitdem die Chartreux aber bei der Fife als eigenständige Rasse anerkannt wurde, achtet man auf eine klare Trennung.

Rassemerkmale der Kartäuser

Zwar ist das blaue Fell der Kartäuser eins ihrer Charakteristika, doch das gilt auch für die Russisch Blau, die Korat und die blaue Variante der Britisch Kurzhaar. Die Russisch Blau hat jedoch grüne Augen, die Korat keine Unterwolle und die Britisch Kurzhaar ist gedrungener und rundlicher. Bei der Kartäuser sind die Augen immer dunkelgelb bis kupfer, groß und nicht allzu rund. Ihr Kopf ist relativ breit, was vor allem für Männchen gilt, die sich von den zierlicheren Weibchen deutlich unterscheiden. Zwar sind beide relativ kräftig und muskulös, die Männchen sind jedoch sichtbar größer, stattlicher und wiegen im Durchschnitt zwei Kilogramm mehr als Weibchen. Gemeinsam ist ihnen das glänzend, dichte Fell, welches sämtliche Schattierungen von Blau aufweisen darf. Ein helles Blaugrau wird bevorzugt, wichtig ist aber nur, dass der Farbton einheitlich und das Unterfell an der Basis leicht wollig ist. Aufgrund des Doppelfells stehen die Haare ab.

Körperbau

kräftig, muskulös

Gewicht

4 - 7 Kg

Fell

glänzend, dicht

Fellfarbe

blau

Augenfarbe

gelb, kupfer

Die Haltung einer Kartäuser

Eine Kartäuser ist eine perfekte „Anfängerkatze“, denn sie ist völlig unkompliziert. Dementsprechend eignet sie sich sowohl für einen Singlehaushalt als auch als Familienkatze. Sie ist sehr anpassungsfähig und hat kein Problem damit, wenn sie lediglich in der Wohnung gehalten wird, wobei sie nichts gegen einen katzensicheren Balkon oder Freilauf einzuwenden hat. Wahrscheinlich wird sie sich nur wenig vom Haus entfernen, weil sie sehr menschenbezogen ist. Besteht diesbezüglich über den Tag hinweg ausreichend Kontakt, kann sie auch als Einzelkatze gehalten werden. Muss sie dagegen regelmäßig länger Zeit alleine zuhause verbringen, empfiehlt sich eine Zweitkatze. Mit ihr lässt sich gut plauschen und kuscheln. Dafür eignet sich perfekt ein deckenhoher Kratzbaum mit vielen Liegeflächen. Eine Kartäuser beobachtet gerne und hat am liebsten alles im Blick, weshalb der Kratzbaum möglichst zentral aufgestellt werden sollte. Nähert sich ihr jemand, wird sie sich selten einer Streicheleinheit entziehen, sondern diese in vollen Zügen genießen. Sie ist sehr zutraulich und braucht diesen innigen Kontakt zu ihrer Familie. Zur Abwechslung darf es auch einmal ein Spiel mit der Katzenangel sein, aber zu viel Action benötigt sie nicht.

Pflege und Gesundheit

Die Kartäuser gehört zu den Kurzhaarkatzen, die im Allgemeinen kaum Pflege benötigen. Das gilt auch für sie, doch komplett sollte man nicht auf das Bürsten verzichten. Schließlich besitzt sie neben dem Deckhaar auch Unterwolle, weshalb sie während des Fellwechsels entsprechend viele Haare verliert. Dennoch ist die Fellpflege kaum der Rede. Sie ist mit dem Aufwand für eine Langhaarkatze nicht zu vergleichen. Es genügt einmaliges Bürsten pro Woche. Lediglich in der Zeit des Fellwechsels sollte die Fellpflege intensiviert werden. Das ist für die Katze eine Erleichterung und vermindert die Gefahr, dass sie zu viele Haare verschluckt, die sich im Darm zu Haarballen verbinden könnten. 

Bei der Kartäuser muss man sich im Allgemeinen wenig Sorgen machen, dass sie besonders krankheitsanfällig ist. Erwähnung findet jedoch gelegentlich, dass sie eine Prädisposition für Kniescheibenprobleme (Patellaluxation) aufweist. Außerdem besteht eine gewisse Anfälligkeit hinsichtlich der Krankheit „Feline Neonatale Isoerythrolyse“. Dabei handelt es sich um eine Blutgruppeninkompatibilität zwischen der Mutterkatze und ihren Kitten. Zu dieser kann es kommen, wenn die Katzenmutter die Blutgruppe A und der Zuchtkater die Blutgruppe B aufweist. Daraufhin kann es bei Kitten mit der Blutgruppe A zu Blutarmut kommen. Die Krankheit kann vermieden werden, wenn bei der Zucht auf die Blutgruppe der Tiere geachtet wird. 

Die Ernährung der Kartäuser

Um eine gesunde Ernährung zu ermöglichen, sollte die Kartäuser ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil erhalten, denn Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. Da sich die Bedürfnisse im Laufe eines Katzenlebens ändern, empfiehlt es sich, auf spezielles Futter für Kitten, erwachsene Tiere und Seniorenkatzen zurückzugreifen: Kitten sind sehr verspielt und benötigen einen hohen Proteinanteil zum Aufbau von Muskelmasse und Körpersubstanz. Kittenfutter weist daher eine andere Zusammensetzung auf als zum Beispiel ein Seniorenfutter.  

Kartäuser-Kitten sollten mindestens vier Rationen pro Tag erhalten, um den Verdauungsapparat nicht zu sehr zu belasten. Im weiteren Verlauf des ersten Lebensjahres können die Rationen auf zwei bis drei Mahlzeiten verteilt werden. Kittenfutter sollte ungefähr bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres verabreicht werden. Ist schließlich aus diesem oder einem anderen Grund ein Futterwechsel geplant, dann nehmen Sie diesen sehr behutsam vor: Mischen Sie täglich einen immer größer werdenden Anteil des neuen Futters unter das gewohnte, um die Katze nicht mit einer abrupten Umstellung zu konfrontieren.