Katzenfutter selber machen – so ernährst du deine Katze gesund
Wenn du dein Katzenfutter selbst zubereitest, hast du die volle Kontrolle – über Qualität, Herkunft und die komplette Zusammensetzung. Allerdings erfordert selbstgemachtes Katzenfutter Wissen, Sorgfalt und eine ausgewogene Auswahl der Zutaten. Ansonsten droht eine Mangelernährung. Wir möchten dir zeigen, welche Vor- und Nachteile es gibt und wie du mit unserer Unterstützung Katzenfutter selbst zubereiten kannst.

- Vorteile und Nachteile von selbst zubereitetem Katzenfutter
- Was sind die wichtigsten Zutaten im Futter?
- Welche Zusätze sollte ein ausgewogenes Katzenfutter enthalten?
- Rezepte: Katzenfutter zum selber machen
- Ist Katzenfutter selber machen günstiger?
- Wie kann ich Schonkost für die Katze selber zubereiten?
- Wie kann ich für meine Katze auf Vorrat kochen?
- Was gibt es beim Barfen zu beachten?
Vorteile und Nachteile von selbst zubereitetem Katzenfutter
Selbstgemachtes Katzenfutter bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile. Wenn du Katzenfutter selber machen möchtest, solltest du dich vor allem mit den Nachteilen auseinandersetzen und ehrlich zu dir sein, ob du alle Punkte auf Dauer zuverlässig bewerkstelligen kannst. Wenn du Zweifel hast, setze besser auf ein hochwertiges Katzenfutter.
Vorteile:
- Volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe:
Du entscheidest, welche Zutaten ins Futter kommen. Das ist vor allem dann ideal, wenn deine Katze eine Futtermittelallergie oder Unverträglichkeiten hat. - Frische und Qualität:
Frisches Fleisch, Gemüse und Öle sind sehr hochwertig. Das ist nicht bei jedem industriell hergestellten Futter der Fall. - Individuelle Anpassung:
Ob jung oder alt, aktiv oder gemütlich – du kannst das Futter perfekt an die Bedürfnisse deiner Katze anpassen. - Hohe Akzeptanz:
Viele Katzen lieben selbstgemachtes Futter, weil es intensiv riecht und schmeckt.
Nachteile:
- Hoher Aufwand:
Das Einkaufen, Zusammenstellen, Abwiegen, Kochen, Abkühlen und Saubermachen kostet Zeit und erfordert eine gute Planung. - Ernährungsrisiko bei Fehlern:
Ohne korrekte Supplementierung fehlen schnell Vitamine, Mineralstoffe oder andere lebenswichtige Nährstoffe. Es bedarf eines fundierten Ernährungsplans – am besten mit professioneller Hilfe. - Lagerung:
Selbstgemachtes Futter ist nicht so lange haltbar wie Fertigfutter. Wer größere Mengen zubereitet, braucht mehr Platz im Kühlschrank oder Gefrierschrank. - Kosten für Zusätze:
Hochwertige Rohstoffe und Zusätze können dazu führen, dass Selberkochen kaum oder gar nicht preiswerter ist als ein gutes Fertigfutter.
Was sind die wichtigsten Zutaten im Futter?
Die Basis eines Katzenfutters besteht aus hochwertigem tierischem Eiweiß. Fleisch sollte daher der Hauptbestandteil der Ernährung sein. Doch das allein genügt nicht:
Fleischanteil (ca. 70 bis 80 %)
Muskelfleisch ist die Hauptquelle für Eiweiß und Energie. Es kann unter anderem vom Huhn, Rind, Lamm oder Kaninchen stammen.
Innereien (ca. 10 bis 15 %)
Herz und Leber, aber auch der Magen, liefern wichtige Vitamine und Mineralstoffe.
Ballaststoffen / Kohlenhydraten (3 bis 5%)
Beispielsweise Zucchini, Karotten oder Kürbis unterstützen die Verdauung.
Fette (ca. 5%)
Tierische Fette (z. B. Hühnerhaut oder Lachsöl) liefern Energie und fördern ein glänzendes Fell.
Knochen oder Calcium (ca. 1%)
Katzen brauchen ein optimales Calcium-Phosphor-Verhältnis (ca. 1,2 : 1). Wenn du keinerlei Knochen fütterst, musst du Calcium-Supplemente hinzufügen.
Welche Zusätze sollte ein ausgewogenes Katzenfutter enthalten?
Ohne Zusätze ist selbstgemachtes Katzenfutter in der Regel nicht bedarfsdeckend. Besonders wichtig ist Taurin, da Katzen diesen lebensnotwendigen Stoff nicht ausreichend selbst bilden können. Ein Taurinmangel kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Darüber hinaus sollte die Calciumversorgung geregelt sein, zum Beispiel in Form von Eierschalenpulver oder Calciumcarbonat. Vitamin A, D und E sowie Jod, B-Vitamine und gegebenenfalls Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl runden die Nährstoffversorgung ab. Die genaue Dosierung sollte in Absprache mit einem Tierarzt oder einer auf Tierernährung spezialisierten Fachperson erfolgen.
- Taurin:
Essenziell für Herz, Augen und Nerven (ca. 50 mg pro kg Körpergewicht täglich) - Calcium:
Falls keine rohen Knochen verwendet werden (z. B. in Form von Eierschalenpulver) - Vitamin E und B-Komplex:
Wichtig zur Unterstützung des Stoffwechsels - Lachsöl:
Liefert Omega 3 Fettsäuren - Jod (z. B. Seealgenmehl):
Unterstützt die Schilddrüsenfunktion
Rezepte: Katzenfutter zum selber machen
Wenn du für deine Katze gelegentlich einmal etwas kochen möchtest oder ihr ein Barf-Menü vorsetzt, kommt es auf die genaue Zusammenstellung der Zutaten nicht weiter an. Möchtest du die Ernährung jedoch vollumfänglich selbst in die Hand nehmen, solltest du darauf achten, alle lebenswichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen.
Grundrezept für selbstgemachtes Katzenfutter
Dieses Grundrezept eignet sich als Basis und kann je nach Bedarf angepasst werden:
- 1 kg mageres Muskelfleisch (z. B. Huhn oder Rind)
- 200 g Herz
- 50 g Leber
- 30 g Gemüse
- 1–2 g Taurin
- Calciumzusatz nach Bedarf
- Wasser oder Fleischbrühe (ungewürzt)
Das Fleisch wird gegart (oder auch roh verarbeitet), fein geschnitten oder gewolft und anschließend mit den Supplementen vermischt.
Rezept mit Soße
Katzen lieben saftiges Futter. Hierzu kannst du gegartes Fleisch einfach mit etwas Kochwasser vermischen. Die Soße erhöht die Akzeptanz und unterstützt die Flüssigkeitsaufnahme.
Hähnchen-Rezept
Hähnchenfleisch ist besonders leicht verdaulich. Verwende Brustfleisch, ergänzt durch etwas Hühnerherz und -leber. Das ist ideal für empfindliche Katzen.
Hackfleisch-Rezept
Rinderhack eignet sich gut, sollte aber nicht zu fett sein. Kombiniere es mit Herz, Supplementen und ausreichend Flüssigkeit.
Thunfisch-Rezept
Thunfisch sollte nur gelegentlich im Napf landen. Er eignet sich als Ergänzung oder Akzeptanzsteigerer, nicht aber als Alleinfutter. Achte auf ungewürzten Thunfisch in Wasser, nicht in Öl.
Ist Katzenfutter selber machen günstiger?
Ob selbstgemachtes Katzenfutter günstiger ist, hängt vor allem von den verwendeten Zutaten ab. Hochwertiges Fleisch, Ergänzungen und eventuell spezielle Zusätze verursachen nicht zu unterschätzende Kosten. In vielen Fällen liegt der Preis auf einem ähnlichen Niveau wie bei hochwertigem Nassfutter oder Premium-BARF-Menüs.
Einsparungen sind unter Umständen möglich, wenn du größere Mengen auf Vorrat kochst, Angebote nutzt oder bestimmte Fleischsorten gezielt einkaufst. Der Preis sollte aber nicht das ausschlaggebende Argument sein. Viel wichtiger ist, dass das Futter den Nährstoffbedarf deiner Katze vollständig und dauerhaft deckt. Im Durchschnitt kostet selbstgemachtes Katzenfutter 2 bis 4 Euro pro Tag.
Wie kann ich Schonkost für die Katze selber zubereiten?
Bei Magen-Darm-Problemen oder nach einer Operation eignet sich Schonkost aus leicht verdaulichem Fleisch. Am häufigsten Verwendung findet gekochtes Huhn ohne Haut. Ergänzt wird es durch etwas Kochwasser. Auf Zusätze, Fett und Innereien sollte kurzfristig verzichtet werden. Füttere kleine Portionen über den Tag verteilt und steigere die Menge schrittweise. Beachte, dass Schonkost immer nur als Übergangslösung gedacht ist und keine dauerhaft ausgewogene Ernährung ermöglicht.
Wie kann ich für meine Katze auf Vorrat kochen?
Vorratskochen spart Zeit und erleichtert die Fütterung im Alltag erheblich. Bereite einfach größere Mengen zu, portioniere das Futter in Tagesrationen und friere es ein. Tiefgekühlt hält sich selbstgemachtes Katzenfutter mehrere Wochen. Vorteilhaft ist, Öle oder andere Zusätze erst nach dem Auftauen unterzumischen. Idealerweise holst du das Futter einen Tag vor der Fütterung aus der Tiefkühltruhe, damit es langsam auftauen kann. Verwende hierzu keine Mikrowelle, da hierbei Nährstoffe verloren gehen könnten.
Was gibt es beim Barfen zu beachten?
Katzenfutter selbst zuzubereiten muss nicht heißen, dass dies gekocht wird. Manche Katzenhalter entscheiden sich für die Rohfütterung ihres Tieres, genannt Barfen. Bei der Zubereitung ist wichtig, auf Hygiene zu achten, um die Keimbelastung beim Umgang mit rohem Fleisch so gering wie möglich zu halten.
Außerdem ist für diese Art der Fütterung ein gut ausgearbeiteter Ernährungsplan wichtig. Tests von Tierärzten haben gezeigt, dass Barf-Mahlzeiten oft nicht ausgewogen sind und viele Tiere Mängel aufweisen. Wer nicht bereit ist, zusätzlichen Arbeitsaufwand zu akzeptieren und akribisch auf die Zusammenstellung der Zutaten zu achtet, ist mit Fertigfutter deutlich besser bedient. Bei einem hochwertigen Katzenfutter kann man sich sicher sein, dass die Katze mit allen wichtigen Nährstoffen dauerhaft versorgt wird.







