Welpenspiele – so spielst du richtig!

Tipps und Anregungen, damit die gemeinsamen Spiele mit dem Welpen sinnvoll und spannend verlaufen.

Mit Welpen spielen

Neben Schlafen und Fressen hat ein Welpe meist nur eins im Kopf: Spielen! Und das ist auch gut so, denn im Spiel lernt der Welpe unheimlich viel. Es fördert sein Sozialverhalten, seinen Bewegungsapparat und die Kommunikation zwischen Mensch und Tier. Dabei wird er sowohl körperlich wie auch geistig gefordert. Er lernt, wie man sich am besten anpirscht, eine Beute ergreift, diese verteidigt oder einem anderen abluchst. Und er versteht mit der Zeit, dass manche Dinge weniger gut ankommen. Beißt er zum Beispiel im Spiel zu fest zu, jault sein Gegenüber auf und hat möglicherweise keine Lust mehr, weiter zu spielen. Das kannst du in der Position des Mitspielers sehr gut nachahmen, indem du ein lautes „Aua“ von dir gibst und für kurz Zeit das gemeinsame Spiel mit dem Welpen unterbrichst.

Regeln für Welpenspiele

Einem kleinen süßen Welpen kann man ein gemeinsames Spiel kaum ausschlagen, wenn er mit Spielzeug im Maul vor einem steht. Dennoch solltest du das nicht zur Regel machen, denn dieses Verhalten könnte sich im weiteren Verlauf seines Lebens festsetzen, so dass du ständig einen Hund an deiner Seite hast, der dies und das möchte. Am besten ist es, wenn du sowohl den Beginn wie auch das Ende des Spiels festlegst.

Welpenspiele sollten nicht zu lange andauern, damit der kleine Kerl nicht überfordert wird. Plane stattdessen besser mehrere Welpspielrunden über den Tag verteilt ein. In den Ruhephasen kann der Welpe regenerieren und das Erlebte verarbeiten.

So spielst du richtig

Nicht umsonst heißt es „Aufhören soll man, wenn es am Schönsten ist“. Das gilt auch für Welpenspiele, denn wenn du bis zum geht nicht mehr mit dem Welpen spielst, hat er beim nächsten Mal möglicherweise nicht mehr ganz so viel Lust. Wurde das gemeinsame Spiel dagegen von dir unterbrochen, wird er einige Zeit später bestimmt hoch motiviert sein, das Spiel fortzusetzen. Voraussetzung dafür ist aber auch, dass du die Spielsachen nicht im ganzen Haus und Garten verteilt stets zur Verfügung stellst, sondern diese wegräumst. Vergleichen lässt sich das mit einem Spielzeug, das ein Kind längere Zeit nicht mehr zu Gesicht bekommen hat. Plötzlich ist es wieder total interessant.

Ideal ist es, wenn du alles Spielzeug an einem Ort aufbewahrst, dann weiß der Hund genau, was zu seinem Sachen gehört. Diesbezüglich lohnt es sich, keine Spielchen mit seinen Socken oder Hausschuhen zu machen, denn wie soll der Hund dann wissen, womit er spielen darf und womit nicht.

Abwechslungsreiches Spielen

Jeder Welpe ist anders und hat dementsprechend unterschiedliche Vorlieben. Das kann zum einen mit der Rasse zusammenhängen, aber auch mit der individuellen Veranlagung. Daher ist es gut, wenn du abwechslungsreiche Welpenspiele durchführst. Einmal wird Katz' und Maus gespielt, das andere mal spielerisch miteinander gerauft, dann gibt es zur Abwechslung ein Zerrspiel, erste Versuche, einen Gegenstand zu apportieren oder vielleicht ein Leckerlisuchspiel. Dabei kannst du herausfinden, was dem Welpen am meisten Spaß macht und wo seine Vorlieben liegen.

Tipp: Wichtig bei allem ist, dass du selbst mit vollem Einsatz dabei bist. Es bringt nichts, wenn du auf dem Gartenstuhl sitzt und einen Ball wirfst. Begebe dich auf Augenhöhe mit dem Welpen, balgen mit ihm auf allen Vieren und kugel mit ihm gemeinsam auf dem Boden herum. Nur so kommt richtig Freude auf.

Welche Welpenspiele gibt es?

Raufspiele

Ob mit einem anderen Welpen, Herrchen oder Frauchen – spielerisches Kämpfen macht Spaß und bringt für die Entwicklung des Welpen sehr viel. Denn beim gemeinsamen Kräftemessen lässt sich gut einschätzen, wie stark man selbst bzw. der andere ist. Vielleicht ist es ja doch sinnvoll, bei größeren Hunden nicht zu aufmüpfig zu sein! Oder zu akzeptieren, dass Herrchen und Frauchen die Nummer Eins im Rudel sind. Was aber natürlich nicht heißen soll, dass man den Kleinen wahrlich niederringen soll. Er darf ruhig auch einmal oben sein, außer es handelt sich um einen Hund, der bereits gewisse Schwierigkeiten macht, die Rangordnung zu akzeptieren. Mit ihm sollten weder Rauf- noch Zerrspiele durchgeführt werden, denn sie könnten ihn zusätzlich anstacheln.

Zerrspiele

Ähnlich wie beim gemeinsamen Balgen geht es hier ums Kräftemessen. Wenn immer nur du gewinnst, wird es für den Welpen sicherlich bald langweilig, also soll auch er seine Erfolgserlebnisse haben. Achte aber darauf, dass das Spiel nicht außer Kontrolle gerät. Knurren oder aggressives Bellen sind nicht erlaubt! Dann sollte das Spiel sofort abgebrochen werden. Ebenso solltest du einschreiten, wenn das Spiel einseitig verläuft und der Hund in keinster Weise mehr bereit ist, das Spielzeug herzugeben. Das ist der richtige Zeitpunkt, um das Kommando „Aus“ zu trainieren. Versuche es mit einem Tauschgeschäft: „Gib mir das Spielzeug, dafür erhältst du ein Leckerli.“

Apportierspiele

Zu den sehr beliebten Welpenspielen zählt auch das Apportieren. Gerade für apportierfreudige Rassen wie zum Beispiel Retriever bieten sich das Bringen von Gegenständen an. Das liegt ihnen im Blut und lässt ihr Herz höher schlagen. Wer aber einfach nur Bälle wirft, der hat kein gemeinsames Spiel mit dem Hund, sondern hier spielt lediglich Hund mit Ball – und das ohne Regeln. Nimm doch einen alten Fußball und dribbel mit dem Hund gemeinsam über die Wiese.

Wenn es ums Apportieren geht, dann verkomme nicht zur Wurfmaschine, sondern nutze die Gelegenheit, um an der Welpenerziehung zu arbeiten. Eine sehr gute Übung ist es, den Hund neben sich Absitzen zu lassen, den Gegenstand zu werfen und ihn auf Kommando loszuschicken. Das fördert sein Verständnis, nicht bei jedem sich bewegenden Objekt sofort blindlings loszustürzen, sondern Blickkontakt mit seinem Halter aufzunehmen, ob das in Ordnung ist. Nimm gegebenenfalls ruhig die Leine zur Hilfe, am besten eine relativ lange, damit kannst du ihn auch wieder einholen, wenn er sich mit dem Gegenstand davonmachen möchte. Kommt er brav zurück, ist viel Lob und ein Leckerli angesagt.

Schnüffelspiele

Für besonders aufgedrehte Welpen oder Hunde, die aufgrund ihrer Abstammung zu den Such- bzw. Jagdhunden zählen, eignen sich Schnüffelspiele. Hier ist prinzipiell ruhiges, konzentriertes Arbeiten gefragt. Bei einem Welpen musst du allerdings noch das eine oder andere Auge zudrücken. Hier steht der Spaß im Vordergrund. Erst einmal muss er schließlich spielerisch lernen, was Herrchen oder Frauchen von ihm wollen. Das sollte bei den allermeisten Welpen jedoch kein Problem sein, schließlich geht es darum, Leckerlis zu finden. Das beginnt damit, dass sie einfach vor seiner Nase liegen. Mit der Zeit können die Anforderungen gesteigert werden. Verstecke ein paar im Nebenzimmer oder unter einem Handtuch oder unterm Schrank, so dass er sie aber gerade noch erreichen kann. Lediglich auf Spaziergängen, da musst du überlegen, ob dein Hund zur Kategorie „Ich fress' immer alles und überall“ gehört. In diesem Fall solltest du ihn besser nicht dazu auffordern, nach Fressbarem in der Öffentlichkeit zu suchen.

Abwechslungsreiche Spaziergänge

Sie gehören zwar nur am Rande in die Kategorie Welpenspiele, aber auch Spaziergänge können von Anfang an abwechslungsreich gestaltet werden. Das beginnt schon damit, dass nicht ausnahmslos immer die selbe Gassigeh-Runde gewählt werden sollte. Versuche mal was Neues  – und halte den Kleinen nicht von allem zurück. Warum nicht einmal gemeinsam durch ein Bachbett waten, über einen Baumstamm balancieren, im Zick-Zack-Kurs um ein paar Büsche huschen oder unerwartet einen Sprint einlegen. Mache dich und den Spaziergang interessant, damit der Welpe schon frühzeitig erfährt, dass chillen im Wohnzimmer zwar schön ist, noch mehr Spaß macht es aber, rauszukommen und etwas für Körper und Geist zu tun.

Welpenspielgruppen

Sinn und Unsinn einer Welpen-Spielstunde

Ziel einer Welpenspielstunde sollte es sein, den Hund zu sozialisieren und im Umgang mit anderen Hunden, insbesondere anderen Rassen, zu schulen. Ganz besonderes Augenmerk solltest du auf die Auswahl der richtigen Gruppe legen. Setze deinen Hund niemals einer Situation aus, in der er sich gegen ältere und deutlich größere Rassen behaupten muss. Beobachte ihn und lass ihn langsam Mut fassen, neue Situationen ohne Angst und Unsicherheit zu bewältigen. Idealerweise wählst du eine Welpen-Gruppe, die sich aus unterschiedlichen Rassen zusammensetzt, die in etwa das gleiche Alter und die gleiche Größe aufweisen. Denn ein 12 Wochen junger Yorkie kann von einem 12 Wochen alten Labrador völlig überfordert sein.

Lass dem Welpen „sein“ Lerntempo bestimmen

Stelle sicher, dass dein Welpe sich in „seinem“ Tempo der Gruppe anschließen kann. Ängstigt sich dein Welpe beim ersten Besuch dieser Gruppe, lass ihn doch einfach nur zuschauen. Vermittel dem Welpen das Gefühl, dass er zu jeder Zeit sicher ist.

Beobachte die Stimmung innerhalb der Gruppe

Achte auf deinen Welpen und unterbinde übermäßiges Raufen oder befreie ihn aus einer Situation, in der er sich nicht wohl fühlt. Bedenke, dass du verantwortlich für deinen Welpen bist und er sich an dir orientiert. Wenn er sich in manchen Situationen von dir verlassen fühlt, wird er Wege ohne dich suchen, sich aus der Misere zu befreien.

Welpen-Spielstunde ja! Aber nur in kleinen Gruppen

Sofern du diese Dinge beherzigst, ist eine Welpen-Spielstunde für den Hund Gold wert. „Hündischer Rassismus“ kann von klein auf unterbunden werden und dein Hund lernt alle Arten der Kommunikation in entspannter und förderlicher Atmosphäre. Solltest du keine Gruppe finden, die sich in kleine, alters- und größengerechte Welpen unterteilen lässt, verzichte lieber ganz darauf.

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