Hund frisst nicht

Im Leben eines Hundes gibt es zahlreiche Phasen, in denen er weniger frisst. Das ist normal. Allerdings kann auch eine Erkrankung dahinterstecken.

Was tun, wenn der Hund nicht frisst?

Hunde fressen unterschiedlich gut. Manchen Hundehaltern ist dieses Thema völlig fremd, andere können ein Lied davon singen, denn sie haben einen Hund zuhause, der ständig Probleme beim Fressen bereitet. Nicht wenige knien regelmäßig neben dem Napf und müssen den Hund zum Fressen animieren. Solche Situationen sind fast immer menschgemacht und können mit etwas Geduld wieder abgestellt werden. Häufig kommt es aber auch vor, dass die Hunde gute Fresser sind und lediglich vorübergehend weniger Appetit haben. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die dieses Verhalten schnell erklären können. Findet sich jedoch kein Grund, kann eine Erkrankung nicht ausgeschlossen werden und es führt kein Weg daran vorbei, mit dem Hund zum Tierarzt zu gehen.

Stress schlägt auf den Magen

Wenn du auf der Suche nach einem Grund bist warum dein Hund nicht fressen möchte, solltest du auch Stressfaktoren einbeziehen. Bedenken, wie es uns ergeht, wenn wir gestresst sind. Die Nahrungsaufnahme wird dann oft vergessen oder der Appetit leidet unter der Situation. Das ist auch bei Hunden der Fall. Gehe daher in Gedanken durch, ob ihn etwas stresst und was du dagegen tun könntest. Gibt es vielleicht einen neuen tierischen Mitbewohner, Mobbing auf der Hundewiese, kam es zu Familiennachwuchs, gab es einen Todesfall oder herrscht im Haushalt großer Trubel? Auch ein Umzug kann dazu führen, dass der Hund weniger frisst. Ebenso ein (neuer) Futterplatz. Dieser sollte so gewählt werden, dass der Hund in aller Ruhe fressen kann.

Warum frisst ein Welpe manchmal nicht gut?

Wenn der Welpe plötzlich weniger frisst, können es mehrere einschneidende Erlebnisse sein, die sich deutlich auf sein Fressverhalten auswirken können:

Neues Zuhause

Das erste betrifft den Umzug in sein neues Zuhause. Dies ist für Welpen sehr aufregend und kann schnell dazu führen, dass sie weniger fressen oder Probleme mit der Verdauung bekommen. Du kannst das Risiko minimieren, indem du in den ersten Wochen keinen Futterwechsel vornimmst. Solltest du diesen planen, warte bitte, bis sich der Welpe gut eingelebt hat. 

Der Zahnwechsel

Im Alter von 3 bis 5 Monaten steht bei Welpen der Zahnwechsel an. Die meisten Hundehalter bekommen diesen gar nicht mit, weil er im Normalfall völlig problemlos vonstatten geht. Es kann aber durchaus vorkommen, dass Wackelzähne oder Zahnfleischbluten zu Schmerzen beim Kauen führen. Bei Nassfutter besteht das Problem weniger, Trockenfutter und Leckerlis können jedoch Schwierigkeiten bereiten. Es hilft, Trockenfutter kurz vor der Fütterung etwas einzuweichen. Bei fortwährenden Problemen solltest du einen Tierarzt aufsuchen.

Die Pubertät

Zu erneuten Auffälligkeiten beim Fressverhalten von Welpen kommt es in der Pubertät. Diese findet ungefähr zwischen dem sechsten und dreizehnten Lebensmonat statt. In dieser Zeit ist es nicht unüblich, dass hormonelle Veränderungen zu Wesens- und Verhaltensänderungen führen. Plötzlich funktioniert die Erziehung nicht mehr, die Rangordnung wird in Frage gestellt und beim Fressen werden manche mäkelig. Sie versuchen auszutesten, ob es vielleicht etwas Besseres gibt, wenn sie einfach den Napf links liegen lassen. Davon sollte man sich nicht beeindrucken und zu ständigen Futterwechseln oder mehr Leckerlis verleiten lassen, sonst führt der Hund dieses Spielchen immer weiter fort. Halte dich an gewisse Fresszeiten und entferne das Futter wieder, wenn der Hund es nicht innerhalb von 20 Minuten gefressen hat.

Wenn die Hormone verrückt spielen

Es beginnt mit der Pubertät, und je nachdem, ob ein Hund kastriert wird oder nicht, spielen die Hormone regelmäßig wieder verrückt. Hündinnen sind im Durchschnitt zweimal im Jahr läufig. Das kann jedesmal dazu führen, dass sie in dieser Phase weniger fressen. Sofern sie nicht gedeckt wurden, kann es anschließend zu einer Scheinschwangerschaft kommen, die sich ebenfalls auf ihr Fressverhalten auswirkt. Nicht anders ergeht es Rüden, wenn sie eine läufige Hündin riechen. Ein gefüllter Napf wird dann zur Nebensache.

Erste Hilfe, wenn der Hund nicht frisst

Wenn der Allgemeinzustand deines Hundes gut ist und du vermutest, dass er etwas „Falsches“ gefressen hat, ist die Vorgehensweise sehr einfach: Gib ihm bis auf weiteres nichts mehr zu Fressen! Fasten ist sinnvoll, damit sich der Darm erholen kann. Für einen erwachsenen Hund ist es kein Problem, 24 Stunden ohne Nahrung auszukommen. Verzichte auch auf jegliches Leckerli. Halte eine Null-Diät ein – vergiss aber nicht, den Wassernapf stets gefüllt zu haben. Keinesfalls solltest du ihm sein Lieblingsfutter servieren, „weil es ihm so schlecht geht“. Nicht auszuschließen ist nämlich, dass er sein Unwohlsein dann damit in Verbindung bringt. Daraus kann sich nicht nur eine gewisse Abneigung, sondern eine regelrechte Futtermittelallergie entwickeln.

Welche Krankheiten könnten dahinterstecken?

Wenn ein Hund nicht frisst, solltest du vom Allgemeinzustand des Hundes abhängig machen, ob und wie schnell du einen Tierarzt aufsuchst. Im Ernstfall könnte zum Beispiel ein verschluckter Fremdkörper, ein Giftköder oder eine Magendrehung hinter der Futterverweigerung stehen, die einen sofortigen Eingriff erfordern. Vielleicht hat sich der Hund auch eine Infektion zugezogen, leidet an einem Wurmbefall, einer Organerkrankung oder einer Allergie. Wenn der Hund sich nicht wohl zu fühlen scheint und neben Appetitlosigkeit auch Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Trägheit oder Unruhe zeigt, solltest du in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen, um ihn durchchecken zu lassen.

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