Wenn der Welpe beißt

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Alle Welpen beißen anfänglich

Jeder Hundebesitzer, der schon mal einen Welpen großgezogen hat, kennt seine anschließend verkratzen Gliedmaßen. Schon früh sollte man sich mit der Beißhemmung beschäftigen und diese mit seinem geliebten Vierbeiner üben. Hunde müssen lernen, ihre Zähne dosiert einzusetzen. Wichtig ist dabei, dass weder Menschen noch andere Hunde verletzt werden. Bereits als Welpe im Umgang mit Wurfgeschwistern lernen die Hunde sehr schnell, ihre Zähne angemessen einzusetzen. Beim Menschen muss dies allerdings gut trainiert werden. Hier ist es wichtig, dass der Mensch seinen Hund überall anfassen kann und jederzeit ein Spiel mit dem Welpen unterbrechen kann. Denn schnell wird aus Spaß Ernst. Hunde ohne Beißhemmung sind gefährlich. Daher ist es wichtig für den Hund, dass er lernt, ein deutliches Nein zu akzeptieren.

Wie lässt sich die Beißhemmung gezielt fördern?

Durch klare Signale und Kommandos, die auch konsequent umgesetzt werden. Nein heißt Nein und nicht vielleicht irgendwann. Wenn Sie nein sagen, dann sollte ihr Hund sofort seine Handlung unterbrechen können. Dies erfordert sicherlich Geduld und Konsequenz, bietet aber Sicherheit für die Zukunft. Auch ein lautes AU könnte als Kommando dienen, damit der Welpe aufhört zu beissen. Innerhalb weniger Tage wird der Hund so lernen, wie weit er gehen kann und was Ihnen weh tut. Auch die Kleidung bleibt durch dieses Training langfristig verschont. Sollte bei ganz besonders ehrgeizigen Hunden nicht gleich Erfolg eintreten, so ist es in Ordnung, wenn man zusätzlich zum scharfen Nein auch mal leicht körperlich zurechtweist. Festhalten und herunterdrücken wäre dann angebracht.

Was Sie nicht tun sollten:

Noch immer gibt es Hundebesitzer, die bei der Erziehung ihres Welpens in ganzen Sätzen mit Ihren Hunden sprechen. Leider versteht der Hund die Botschaft nicht, sodass man sich immer wieder selbst dazu erziehen muss, klare Kommandos zu geben. Nackenschütteln ein Schnauzengriff oder Sonstige Dinge sollten Tabu sein, denn der Hund kann auch dies nicht sinnvoll mit der von Ihnen gewünschten Aktion verknüpfen. Spielen Sie keine zu wilden Rauf- und Kampfspiele innerhalb der Familie, da auch hier schnell etwas passieren kann. Außerdem versteht der Hund nicht, warum er einmal in die Hand beißen darf und dann wieder nicht. Beenden Sie sofort das Spiel, sobald Ihr Welpe Sie beißt oder sich an Kleidungsstücken zu schaffen macht. Sollte Ihr Welpe das Hosenbein nehmen, sobald Sie das Spiel beenden, verlassen Sie ohne Kommentar mit einem deutlichen Nein zügig das Zimmer. Sie werden sehen, das zeigt Wirkung. Lassen Sie Ihren Welpen auch ruhig häufig mit gleichgroßen und in etwa gleichalten Hunden spielen. Dabei lernen sie fürs Leben.

So funktioniert die Beißhemmung

Wenn der Welpe Sie beißt

Untereinander haben die Wurfgeschwister bereits die Beißhemmung gefördert. Darauf sollten Sie aufbauen, denn Ihr Hundekind muss auch begreifen, dass Menschenhaut leichter verletzt werden kann als die vom Fell geschützte Hundehaut. Überlegen Sie sich, ob es grundsätzlich für Sie in Ordnung ist, wenn Ihr Hund im Spiel Ihre Hand in seinen Fang nimmt. Das hängt natürlich auch von Ihrem Umfeld ab und besonders davon, ob Ihr Welpe auch mit Kindern spielt. Wenn Ihr Hund Sie oder Ihre Kleidung im Spiel zu fest zwickt, reagieren Sie umgehend mit einem möglichst hellen Aufschrei, brechen Sie das Spiel ab und drehen sich weg. Der Aufschrei imitiert das Quietschen eines zu sehr malträtierten Wurfgeschwisters und fördert den Abbruch seitens des Welpen. Wenn Ihnen ein lautes Quieken nicht liegt, probieren Sie nicht, Ihr Naturell zu ändern. Eine der wichtigsten Regeln im Hundetraining ist, authentisch zu bleiben. Ihr Hund wird es sofort bemerken, wenn Sie sich verstellen. In dem Fall überlegen Sie sich ein Abbruchsignal wie „Schluss!“ oder „Genug!“ und nutzen Sie es stattdessen.

Was tun bei Problemen?

Sollte Ihr Welpe nicht auf Ihren Spielabbruch reagieren und immer wieder nachsetzen, geben Sie ihm eine kurze Auszeit. Setzen Sie ihn in eine Transportbox oder leinen Sie ihn für eine kurze Zeit mit einer Leine an. Das soll keine Strafe sein, sondern ihn lediglich dazu bewegen, sich zu entspannen. Wenn Ihr Schützling sich beruhigt, bzw. er Ihren Spielabbruch akzeptiert hat, beginnen Sie das Spiel erneut und er darf die Dosierung seiner Kräfte weiter erproben. Schon sehr bald hat Ihr Hund normalerweise begriffen, wie vorsichtig er mit Ihnen umgehen muss. Sollte auch dies nicht zum Erfolg führen, können Sie überlegen, ob Sie den Spieß einmal umdrehen möchten: Erschrecken Sie den Welpen! Spielen Sie Theater und mimen Sie das Alphatier, das kurz so tut, als würde es zuschnappen. Knurren Sie, drücken Sie ihn kurz (aber nicht zu fest) zu Boden und wenden Sie sich nach dieser Zurechtweisung ab. Das könnte nachhaltig Wirkung zeigen.

Kauen an Möbeln

Die meisten Welpen werden es irgendwann in ihrer Entwicklungsphase einmal ausprobieren, spätestens dann, wenn der Zahnwechsel ansteht: das Kauen an Möbeln oder anderen Gegenständen. Wenn Sie bemerken, dass Ihr Hundekind Interesse an einem Tischbein oder Ähnlichem zeigt, unterbrechen Sie es mit einem ruhigen aber strengen Abbruchsignal und bieten ihm sofort eine Alternative an, auf der es kauen darf. Das kann ein stabiles Spielzeug oder ein geeigneter Kauartikel wie ein Büffelhautknochen sein. So wird Ihr Welpe schnell lernen, was er zum Kauen nutzen darf und was nicht. Überlegen Sie sich auch genau, womit Ihr Schützling spielen darf, denn eine unbedachte Wahl kann bei ihm leicht für Verwirrung sorgen. Wenn er mit einem alten Handtuch Zerrspiele mit Ihnen spielt, unterscheidet er höchstwahrscheinlich nicht zwischen Handtuch und Tischdecke und räumt Ihnen in einem unbeobachteten Moment die Kaffeetafel ab. Und wenn er Ihnen die Pantoffeln apportieren darf, könnte er meinen, dass er sie auch als Kauspielzeug missbrauchen kann.