Wenn der Welpe beißt

Wenn der Welpe beißt ist das anfangs völlig normal. Dennoch solltest du dem Welpen beißen abgewöhnen, denn dieses Verhalten sollte nicht geduldet werden. Hier erfährst du, warum ein Welpe beißt, was "Beißhemmung" bedeutet und wie du Welpen das Beißen abgewöhnen kannst.

Was bedeutet Beißhemmung?

Die sogenannte "Beißhemmung" ist ein Verhalten unter Hunden, welches dafür sorgt, dass Hunde sich nicht ernsthaft durch Bisse verletzen. Die Beißhemmung bezeichnet die Fähigkeit eines Hundes, seinen Biss in seiner Intensität zu steuern und zu kontrollieren. Diese Fähigkeit wird idealerweise zwischen der 4. und 16. Lebenswoche eines Welpen spielerisch erlernt.  Die Mutterhündin und die Wurfgeschwister sind hier die besten Lehrer, denn sie zeigen durch ihr Verhalten ganz klar, wenn ein Welpe zu weit gegangen ist.

Warum beißen Welpen?

Alle Welpen beißen anfänglich, denn Welpen müssen die Beißhemmung erst erlernen. Sie müssen lernen ihre spitzen Zähne wohl dosiert einzusetzen. Schon früh sollte man sich mit der Beißhemmung beschäftigen und diese mit seinem geliebten Vierbeiner üben. Wichtig ist dabei, dass weder Menschen noch andere Hunde verletzt werden. Bereits als Welpe im Umgang mit Wurfgeschwistern lernen die Hunde sehr schnell, ihre Zähne angemessen einzusetzen. Beim Menschen muss dies allerdings gut trainiert werden. Hier ist es wichtig, dass der Mensch seinen Hund überall anfassen kann und jederzeit ein Spiel mit dem Welpen unterbrechen kann. Denn schnell wird aus Spaß Ernst. Hunde ohne Beißhemmung sind gefährlich. Daher ist es wichtig für den Hund, dass er lernt, ein deutliches Nein zu akzeptieren.

Wie kannst du Welpen beißen abgewöhnen?

Du kannst deinem Welpen das Beißen abgewöhnen, indem du ihm klare Signale und Kommandos gibst, die du auch konsequent umgesetzt. "Nein" heißt "Nein" und nicht "vielleicht irgendwann". Wenn du Nein sagst, dann sollte dein Hund sofort seine Handlung unterbrechen. Dies erfordert sicherlich Geduld und Konsequenz, bietet aber Sicherheit für die Zukunft. Auch ein lautes AU könnte als Kommando dienen, damit der Welpe aufhört zu beißen. Innerhalb weniger Tage wird der Hund so lernen, wie weit er gehen kann und was dir weh tut. Auch die Kleidung bleibt durch dieses Training langfristig verschont. Sollte bei besonders ehrgeizigen Hunden nicht gleich ein Erfolg eintreten, so ist es in Ordnung, wenn man zusätzlich zum scharfen Nein auch mal leicht körperlich zurechtweist. Festhalten und leicht herunterdrücken könnte dann angebracht sein.

Tipp 1

Beißhemmung nutzen und trainieren

Welpen trainieren die Beißhemmung bereits unter Wurfgeschwistern. Darauf solltest du aufbauen, denn dein Welpe muss begreifen, dass Menschenhaut leichter verletzt werden kann als die vom Fell geschützte Hundehaut. Überlege dir, ob es grundsätzlich für dich in Ordnung ist, wenn dein Hund im Spiel deine Hand in seinen Fang nimmt. Das hängt natürlich auch von deinem Umfeld ab und ob dein Welpe mit Kindern spielt.

Tipp 2

Sofort reagieren, wenn der Welpe beißt und knurrt

Wenn dein Welpe schnappt, in deine Kleidung beißt, oder dein Welpe beißt und knurrt, reagiere umgehend mit einem möglichst hellen Aufschrei. Breche das Spiel ab und drehe dich weg. Der Aufschrei imitiert das Quietschen eines zu sehr malträtierten Wurfgeschwisters und fördert den Abbruch seitens des Welpen. So kannst du deinem Welpen beißen abgewöhnen.

Tipp 3

Bleibe authentisch, um das Beißen abgewöhnen zu können

Wenn dir ein lautes Aufjaulen nicht liegt, probiere nicht, dein Naturell zu ändern. Eine der wichtigsten Regeln im Hundetraining ist, authentisch zu bleiben. Dein Hund wird es sofort bemerken, wenn du dich verstellst. In dem Fall überlege dir ein Abbruchsignal wie „Schluss!“ oder „Aus!“ und nutze dieses Kommando stattdessen.

Das solltest du vermeiden, wenn dein Welpe beißt!

Noch immer gibt es Hundebesitzer, die bei der Erziehung ihres Welpens in ganzen Sätzen mit Ihren Hunden sprechen. Leider versteht der Hund die Botschaft nicht, sodass man sich immer wieder selbst dazu erziehen muss, klare Kommandos zu geben. Lasse deinen Welpen auch ruhig häufig mit gleichgroßen und in etwa gleichalten Hunden spielen. Dabei lernen sie fürs Leben.

Tipp 1

Kein Schnauzengriff

Nackenschütteln, ein Schnauzengriff oder ähnliche Dinge sollten Tabu sein, denn der Hund kann dies nicht sinnvoll mit der von dir gewünschten Aktion verknüpfen.

Tipp 2

Keine Raufspiele

Spiele keine zu wilden Rauf- und Kampfspiele innerhalb der Familie, da auch hier schnell etwas passieren kann. Außerdem versteht der Hund nicht, warum er einmal in die Hand beißen darf und dann wieder nicht.

Tipp 3

Beende das Spiel sofort, wenn dein Welpe beißt

Sobald dein Welpe dich beißt oder sich an Kleidungsstücken zu schaffen macht, beende das Spiel sofort. Sollte dein Welpe in dein Hosenbein beißen, sobald du das Spiel beendest, verlasse ohne Kommentar mit einem deutlichen Nein zügig das Zimmer. Du wirst sehen, das zeigt Wirkung.

Der Welpe hört nicht auf zu beißen?

Sollte dein Welpe nicht auf den Spielabbruch reagieren und immer wieder nachsetzen, gib ihm eine kurze Auszeit. Setze ihn in eine Transportbox oder leine ihn für eine kurze Zeit an. Das soll keine Strafe sein, sondern ihn lediglich dazu bewegen, sich zu entspannen. Wenn dein Schützling sich beruhigt bzw. er deinen Spielabbruch akzeptiert hat, beginne das Spiel erneut und er darf die Dosierung seiner Kräfte weiter erproben. Schon bald hat dein Hund normalerweise begriffen, wie vorsichtig er mit dir umgehen muss. Sollte auch dies nicht zum Erfolg führen, kannst du überlegen, ob du den Spieß einmal umdrehen möchtest: Erschrecke deinen Welpen! Spiele Theater und mime das Alphatier, das kurz so tut, als würde es zuschnappen. Knurre, drücke ihn kurz (aber nicht zu fest) zu Boden und wende dich nach dieser Zurechtweisung ab. Das könnte nachhaltig Wirkung zeigen.

Dein Welpe beißt und ist aggressiv?

Kein Welpe kommt aggressiv auf die Welt. Erst der Mensch oder fehlende Erfahrungen mit anderen Tieren oder Situationen können dazu führen, dass ein Hund mit der Zeit aggressiv wird. Es ist daher wichtig, einen Welpen gut zu sozialisieren. Das geschieht am einfachsten, indem er bereits frühzeitig möglichst viel Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen und auch Hunden hat. Dann gibt es auch keinen Grund, vor schreienden Kindern oder großen Männern Angst zu haben. Genau solche unbekannten Situationen können dazu führen, dass ein Welpe unsicher ist, woraus sich ein aggressives Verhalten entwickeln kann. Selbiges gilt gegenüber anderen Haustieren, einem Staubsauger, dem Briefträger oder der Fahrt mit dem Auto. Je mehr Situationen ein Welpe kennenlernt und als ungefährlich einstufen kann, umso weniger besteht die Gefahr, dass er sich aggressiv zeigen könnte.

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